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Ostpark Ein Zaun gegen die Nilgänse

Im Ostpark soll ein Sichtschutz Gänse von der Liegewiese fernhalten.

Schutzzaun Ostpark
Der 1,20 Meter hohe Zaun wird im Ostpark aufgebaut. Foto: Christoph Boeckeler

Noch komplett unbeeindruckt watscheln die Gänse über die Wiese des Ostparks. Gründlich suchen sie nach Nahrung, und das ist ein Problem: Denn was sie essen, scheiden sie auf der Liegewiese auch wieder aus.

Das soll sich ändern – zumindest wenn es nach Umweltdezernentin Rosemarie Heilig geht. Sie steht auf dem Weg des Parks und erklärt das „Modellprojekt Nilgans-Management“: Ein 1,20 Meter hoher und rund 450 Meter langer Zaun an der Westseite des Weihers soll die Gänse von der Liegewiese fernhalten. „Wir geben offen zu, dass wir noch nicht wissen, ob das funktionieren wird“, sagt Heilig.

Der Zaun steht bereits zum Teil und soll als Sichtschutz dienen. „Die Gänse bevorzugen die Nähe zum Wasser, das für sie ein Schutzraum ist“, sagt Ingo Rösler. Im Auftrag der Staatlichen Vogelschutzwarte beobachtet er für das Projekt die Tiere und prüft, wie sie auf den Zaun reagieren werden.

Wenn die Gänse den Weiher nicht sehen oder „zu Fuß“ erreichen können, dann bleiben sie lieber gleich auf der anderen Seite des Zaunes. Auch im östlichen Teil des Parks könnten sie fernab der Liegewiese ansiedeln. Das ist zumindest die Hoffnung der Initiatoren des Modellprojektes. Bald beginne die Mauser, erklärt Rösler. in der die Tiere Federn abwerfen und kaum fliegen. Dann suchen sie ohnehin verstärkt den Schutz am Weiher und sollen möglichst auch dort bleiben. Bereits jetzt brüten die Gänse auf der kleinen Insel des Teichs. Kleinere Tiere können weiterhin durch eine Öffnung am Boden schlüpfen.

Der Zaun kostet rund 5000 Euro, sagt Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamtes. Außerdem sei das Projekt für zunächst drei Monate geplant. Langfristig könnte auch die Umgebung des Zauns bepflanzt werden. „Bis die Sträucher und Gräser 90 Zentimeter hoch sind, braucht es Zeit“, sagt Heldmann. „Dann könnte der Zaun wieder entfernt werden.“

Möglich ist zudem, dass ähnliche Maßnahmen im Europapark oder am nördlichen Ufer des Mains folgen. Insgesamt über 300 erwachsene Grau-, Kanada- und Nilgänse gebe es im Park, sagt Rösler. Hinzu kommen schwankende Zahlen von Jungtieren. Die Population sei außerdem in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

„Das Füttern der Gänse muss unbedingt aufhören“, sagt Heilig. Entlang des Zauns werden deshalb Tafeln aufgestellt, die Spaziergänger von dem vielleicht gutgemeinten Brotkrumen-Werfen abhalten sollen. Gerade im Sommer ziehe die Tiere auch der Müll der Park-Besucher an, die etwa Essensreste einfach liegen ließen. Heilig könnte sich vorstellen, auch Mitarbeiter zur Aufklärung rauszuschicken.

Wenn Nester gefunden werden, sollen zudem die Eier weggenommen werden. „Wir wollen das Töten der Tiere verhindern“, sagt die Umweltdezernentin. Sie spricht sich gegen das Vergiften oder Erschießen der Gänse aus und hofft, dass stattdessen der Sichtschutz helfen wird.

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