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Ostend Wo Profis auf Kleinkinder treffen

Der Hafenpark im Frankfurter Ostend ist bei vielen beliebt. Auf der Skate- und BMX-Anlage kommt es mitunter zu Zusammenstößen.

Hafenpark im Frankfurter Ostend
Seit 2012 können sich Fortgeschrittene und Profis auf dem Concrete Jungle am Hafenpark austoben. Foto: Rolf Oeser

Christoph Povel hat es leicht. Ohne Gegenwehr geht fast jeder seiner Bälle in den Korb. Doch der Basketballspieler ist auch nicht da, um sich mit anderen zu messen. Regelmäßig macht sich Povel aus dem Frankfurter Westen zum Hafenpark unweit der EZB auf. Auf den beiden Felder mit fest installierten Körben trainiert er, auch allein. Vergleichbares gebe es in Frankfurt nicht. „Ansonsten findet man höchstens mal einen einzelnen Basketballkorb.“ Ab 15 Uhr füllten sich dann die Felder, vor allem am Wochenende müsse er oft warten, bevor er spielen könne. Aber auch wenn es voll ist: „Jeder versteht, wie es abläuft. Es ist immer fair.“ Wünschenswert wäre es, wenn es in Frankfurt weitere Basketballplätze gebe.

Ähnlich äußert sich ein 24-jähriger Ostendler, der am Hafenpark Calisthenics-Übungen macht. Barren, Klimmzugstange und Leiter reichen den Sportlern für ihr Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht aus. Die beiden Stationen am Hafenpark seien super. „Am Wochenende ist es hier jedoch proppenvoll. Da muss man früh kommen.“ Bedauerlich sei, dass es in Frankfurt kaum Calisthenics-Anlagen gebe.

Der Hafenpark zwischen Deutschherrnbrücke, Mayfarthstraße und Honsellstraße sucht in Frankfurt seinesgleichen, sagt Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamts, nicht ohne Stolz. „Auch deutschlandweit!“ Entstanden ist das vier Hektar große Sport- und Freizeitgelände nach einer Online-Befragung 2009. Mehr als 1300 Frankfurter hatten sich beteiligt, wie der Bürgerpark aussehen soll. Als Sieger aus einem Planungswettbewerb ging das Berliner Büro Sinai hervor. Es gliederte den Hafenpark in ein sogenanntes Wiesenband am Main, ein Sportband mit verschiedenen Spielfeldern in der Mitte – und der Skate- und Bike-Anlage an der Mayfarthstraße. Vor allem wegen des „Concrete Jungle“‘ ist der Hafenpark weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Sie soll Fortgeschrittenen und Profis der Skater- und BMX-Szene auf 5500 Quadratmeter beglücken. 2012 ging der Parcours nach intensiver Beratung mit der Szene in Betrieb. Seitdem toben sich dort Sportler aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet aus. Doch nicht nur diese. „Die Anlage zieht auch viele an, die nichts damit zu tun haben“, sagt Felix Heydel von Concrete Skate. Der Verein war in die Planung der Anlage eingebunden. Jetzt kümmert er sich um die Pflege und meldet der Stadt etwa Schäden.

Vor allem kleine Kinder bereiten den Sportlern Sorgen. Mit Laufrädern, Kinderrollern oder Rollschuhen führen sie durch die Anlage. „Manche kommen sogar mit einem Bobby-Car“, sagt der Vorsitzende von Concrete Skate, Lukas Magnin. Mehrfach kam es dadurch bereits zu Unfällen. Häufig verletzten sich die Sportler, die den Kleinkindern auswichen. Unter den Skatern und BMX-Fahrern sei die Nutzung kein Problem. „Wir verständigen uns untereinander und schauen, wo die anderen fahren“, sagt Magnin. Den meisten Kindern dagegen fehle der Überblick, sie schauten weder nach rechts noch nach links. Vor allem sonntags sei dadurch an ein normales Fahren nicht zu denken.

Dabei machen die Skater nicht die Kinder verantwortlich, sondern die Eltern. Die ließen ihren Nachwuchs durch die tiefen Bowls sausen, obwohl das erst für Kinder ab acht Jahren erlaubt ist. „Viele tragen nicht mal einen Helm“, sagt Heydel. Sprächen sie Mütter und Väter darauf an, dass die Anlage kein Spielplatz sei, würden viele aggressiv.

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