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Ostend Kunst im Park

Das August-Stunz-Zentrum verwandelt sich für einen Tag in eine Galerie. Künstler und Heimbewohner stellen aus und verkaufen.

Kunst im Park des August Stunz Zentrums
Dozent Johannes Westenberger mit Heike Barz beim Aufbau der Ausstellung im Grünen. Foto: Monika Müller

Hohe Linden, Ahornbäume und Platanen bilden am Samstagnachmittag die Kulisse für einen Kunstmarkt im besonderen Ambiente. Im Park des August-Stunz-Zentrums zeigen und verkaufen 13 Hobby-, und freischaffende Künstler aus der Region ihre Werke. Auch einige der 209 Bewohner des Pflegeheims präsentieren ihre Malereien.

„Der Kunstmarkt ist eine Premiere“, sagt Leiterin Sabine Kunz. Er führe Besucher in die Einrichtung, die sonst am Pflegeheim vorbeigingen, weil sie Negatives damit verbänden. Kunst werde im August-Stunz-Zentrum groß geschrieben. Immer wieder gebe es Ausstellungen, sagt Kunz. Auch organisiere die Einrichtung am Röderbergweg Besuche von Museen. „Und die Bewohner können sich unter professioneller Anleitung auch selbst ausprobieren.“

Anita Blanchard ist eine von ihnen. Sie hat zu Beginn des Marktes bereits eines ihrer farbenfrohen Blumen-Gemälde verkauft. Durch die Malerei hat die 70-Jährige, die mit Wasserfarben und Acryl arbeitet, eine neue Ausdrucksweise gefunden. Nach einem Schlaganfall verlor sie zu großen Teilen ihre Sprache. Seitdem kann sie sich nur noch mit wenigen Worten verständigen, obwohl sie alles verstehe, wie ihr Betreuer Frank Rau betont.

Außerdem kann Blanchard nach der Erkrankung nur noch mit ihrer, eigentlich schwachen, linken Hand malen. Das sei jedoch keine Einschränkung, wie sie knapp formuliert. In dem Pflegeheim, das der Frankfurter Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt betreibt, habe sie erstmals zu Pinsel und Farben gegriffen.

„Je nach Tagesform“ seien bis zu 25 Bewohner bei den Kunstkursen dabei, berichtet Pflegeheim-Leiterin Kunz. Die Kurse leiten, jeweils über zwei Jahre, wechselnde Dozenten, die bei dem Programm „Künstler im Zentrum“ mitmachen, das das August-Stunz-Zentrum erstmals vor zehn Jahren mit der Frankfurter Malakademie initiiert hat. In den vergangenen beiden Jahren hat der freischaffende Künstler und Dozent, Johannes Westenberger mit Blanchard und weiteren Heimbewohnern zusammen gearbeitet.

„Es war sehr lehrreich zu sehen, mit welchem Lebensmut beeinträchtigte Menschen ihren Alltag meistern“, sagt der 64-Jährige. Die Teilnehmer malten unter seiner Anleitung nach Vorlagen oder nach aufgebauten Stillleben, wie Blumensträußen. „Es ist eine Freude zuzuschauen, was es auslösen kann, Farbe auf ein Stück Papier zu bringen“, sagt Westenberg. Daneben zeigte der Künstler den Teilnehmern die „Monotypie“, seine bevorzugte Technik des Materialdrucks, anhand von gedruckten Lindenblättern aus dem Park des Pflegeheims.

Das Atelier im August-Stunz-Zentrum räumt Westenberg nun für das Bildhauer-Paar, Mary Zischg und Ernst Ludwig Kolt. Am 10. Juni wird ihr Einzug mit einer Vernissage begangen.

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