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Ostend „Hanauer Landstraße ist keine Champs-Élysée“

Zu lang zum flanieren, aber einkaufen geht gut: Ralph Haerth, Sprecher der IG Hanauer Landstraße, über die hippe Meile im Frankfurter Ostend.

Ostend
Die Hanauer ist keine Champs-Élysée, sagt Ralph Haerth. Aber einkaufen könne man gut. Foto: Christoph Boeckheler

Herr Haerth, wer ein Auto benötigt, seine Wohnung ausstaffieren will oder ausgehen möchte, ist an der Hanauer Landstraße richtig. Wie steht es aber mit dem Angebot für den täglichen Bedarf?
Die Hanauer Landstraße ist zwar nicht die Champs-Élysées. Sie ist einfach zu lang, um dort zu flanieren. Aber einkaufen gehen kann man dort dennoch gut. Wenn es um Lebensmittel oder Getränke geht, wird man auf der Hanauer und in den Seitenstraßen auf jeden Fall fündig. Die meisten Dinge für den täglichen Bedarf sind in den vorhandenen Geschäften zu haben.

Vor allem durch die zahlreichen Neubauten werden künftig tausende neue Bürger ins Quartier ziehen. Allein am Honsell-Dreieck, wo die Bauarbeiten begonnen haben, entstehen 600 Wohnungen. Reichen die vorhandenen Läden für all die Neubürger?
Das Angebot ist groß und ausreichend – auch wenn es ausbaufähig ist. Derzeit gibt es an der Hanauer Landstraße bis zum Ratswegkreisel drei Discounter, eine Metzgerei, mehrere Bäckereien, ein italienisches Spezialitäten-Geschäft, einen Rewe-Markt und den Edeka Scheck-In Center in der Ferdinand-Happ-Straße.

Fündig werden die Bewohner am Anfang der Hanauer Landstraße. Dort gibt es auch kleinere Geschäfte. Und auf dem Areal der ehemaligen Feuerwache gibt es mehrere Läden wie eine Drogerie und einen Supermarkt. Müssen die Bewohner des südlichen Ostends ihre Einkäufe dort tätigen?
Die meisten neuen Wohnungen entstehen derzeit unweit des Ostbahnhofs. Für die künftigen Neubürger ist der Abschnitt gut zu erreichen.

Was müsste Ihrer Ansicht nach noch kommen an Gewerbe an der Hanauer Landstraße?
Was auf der mittleren Hanauer Landstraße fehlt, ist eine Apotheke und ein Drogerie-Markt. Auch ein weiterer Geldautomat wäre hilfreich – eine Bankfiliale müsste es aber nicht sein. Gut wäre auch ein Ärztehaus, in dem sich möglichst verschiedene Spezialisten niederlassen könnten. Und ich würde mir einen Buchladen wünschen. Sicherlich wird auch auf dem ehemaligen Honsell-Dreieck, dem jetzigen Hafenpark-Quartier, noch passendes Gewerbe seinen Platz finden.

Ursprünglich war geplant, auf dem Honsell-Dreieck ein Einkaufszentrum zu errichten. Die Nachbargemeinde Offenbach ging gegen das Projekt vor, weil sie um die Zukunft ihrer Gewerbetreibenden fürchtete. Die Stadt Frankfurt hat sich schließlich gegen einen großflächigen Einzelhandel entschieden. War das ein Fehler?
Ich bin sicher, dass das keine vertane Chance ist. Die meisten Einkaufzentren tun sich derzeit schwer damit, ihre Häuser mit Qualität zu füllen und ausreichend Menschen anzuziehen. Viele kaufen heutzutage verstärkt online ein. Der Bedarf hat sich verändert. Zudem würde dann der Verkehr zunehmen. Das hätte zu Problemen geführt. Attraktiv wäre es meiner Ansicht nach, dort auch noch etwas Kulturelles unterzubringen. Schön wäre ein Kino oder ein Theater – dass die Menschen nicht erst in die City fahren müssen.

Es ist also nicht nötig, in jedem Neubau-Projekt Gewerbe einzuplanen?
Der Einzelhandel muss vor allem zu den Bedürfnissen der Menschen passen, die dort wohnen und arbeiten. Die 4000 Menschen, die hier künftig leben, werden Ansprüche haben, die jenseits von Wohnen, Schulen und Kitas liegen.

Der Ruf nach zusätzlicher Gastronomie wird sicher nicht laut werden?
Nein, da sind wir hier sehr gut ausgestattet – vom Sandwich-Laden über thailändische, italienische und regionale Küche bis zum japanischen Restaurant. Und voraussichtlich ab Oktober wird es auch wieder den King Kamehameha Club auf dem Union-Gelände geben. Ardi Goldman investiert dort derzeit viel Geld, um die Club-Diskothek zu reanimieren. Auch dieses Mal wieder mit einer eigenen Hausband.

Interview: Boris Schlepper

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