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Nordend „Man muss in einer Stadt auch Musik machen können“

Ortsvorsteherin Karin Guder setzt sich für soziales Leben im Nordend ein. Sie sieht immer mehr Anwohner, die persönliche Interessen vor die der Allgemeinheit stellen.

Innovationsquartier
Einsatz für die Natur: Das Innovationsquartier bleibt Thema. Foto: Peter Jülich

Frau Guder, seit Kurzem ist klar, wie das Innovationsquartier aussehen soll. Sind Sie zufrieden mit dem Entwurf?
Ich bin froh, dass es dieser geworden ist. Er passt in das Gelände und hat wesentliche Kriterien aufgenommen, die Klimaschützern, der BI und dem Ortsbeirat wichtig waren, nämlich zusammenhängende Grünflächen und Kaltluftentstehungsgebiete zu erhalten. Ich wünsche mir, dass die Architektur von unterschiedlichen Büros entworfen wird und keine einfallslosen Blöcke wie in anderen Stadtteilen entstehen. Kritisch sehe ich das Hochhaus. Man muss prüfen, ob das sozialverträglich und aus ökologischer Sicht sinnvoll ist.

Die Stadt hat ein neues Verfahren der Bürgerbeteiligung ausprobiert. Hat sich das bewährt?
Es ist weit über die vorgeschriebene Bürgerbeteiligung hinausgegangen, und ich fand das vorbildlich für Baugebiete in gewachsenen Stadtteilen. Die Leute wurden gehört, die Architekturbüros haben das aufgenommen. Ich wünsche mir, dass das bei der Planung der Gartenwildnis so weitergeht.

Muss der Ortsbeirat sich verstärkt dafür einsetzen, dass im Gegenzug auch tatsächlich die Einhausung der A661 kommt?
Ich erwarte vom Magistrat eine Zusage. Das muss mit rein in den Bebauungsplan. Unsere Aufgabe wird es generell sein, die Grünflächen zu schützen; die Klimaerwärmung ist nicht zu leugnen.

Der Holzhausenpark wird saniert, er soll wieder Familienpark werden. Sind Kinder bei der Gestaltung einbezogen?
Das Kinderbüro ist mit Schulen und Kitas in der Planung, das bekommen wir diesen Monat vorgestellt. Für mich hat das auch Modellprojektcharakter. Es gab Widerstand gegen die Absperrung des Parks. Nun wurden kreative Lösungen gefunden, dass die Kinder aus der Nachbarschaft in der Zeit des Umbaus beschäftigt und eingebunden sind. Sie sollen den Park auch als ihren Park betrachten.

Im Günthersburgpark war es im Sommer etwas trauriger: Stoffel musste sein Programm verkürzen. Was bedeutet das für das Nordend?
Wir sind ein Stadtteil, der von einer sozialen Mischung und dem sozialen Leben lebt. Es gibt Leute, die empfinden Veranstaltungen im öffentlichen Raum als persönliche Störung. Man muss auch mal deutlichmachen, dass es Allgemeininteressen gibt, die in einer Stadt dazugehören. Ich fand die Einschränkungen unverhältnismäßig. Man muss vor 22 Uhr in einer Stadt Musik machen können. Das ist eine Art von Lebensausdruck.

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