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Nordend In der Wolke lernen

Die Elisabethenschule ist an Entwicklung der digitalen Lernplattform „Schul-Cloud“ beteiligt.

Schüler können immer öfter auf Augenhöhe mit ihren Lehrern kommunizieren. Das findet Achim Kaewnetara, Lehrer an der Elisabethenschule im Nordend – zumindest, wenn es um den Umgang mit Computer, Smartphone und Tablet geht. „Schüler sind heute in der Lage, Lehrern Hilfestellung in technischen Dingen zu leisten“, sagt der 53-Jährige. 

Kein Wunder also, dass der Lehrer Anfang dieser Woche mit vier seiner Gymnasiasten nach Potsdam reiste, um dort mit insgesamt 21 Schülern und Lehrern aus ganz Deutschland eine neue Lernplattform, die so genannte Schul-Cloud, weiterzuentwickeln. Erdacht hat diese „Wolke“ als digitales Speicher- und Kommunikationsmedium das Hasso-Plattner-Institut an der Uni Potsdam gemeinsam mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC, das vor allem Schulen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt unterstützt. Gefördert wird das Pilotprojekt vom Bundesbildungsministerium.

„Schüler waren explizit als Nutzer zu dem zweitägigen Forum eingeladen, bei dem es darum ging, Ideen zu spinnen“, berichtet Kaewnetara. Ein zentrales Ziel der Plattform sei, „Lernen mobiler zu machen“. Schüler könnten ihre eigenen Endgeräte oder von der Schule geliehene Tablets im Klassenraum nutzen, ohne in den Computerraum wechseln zu müssen. „Die Schüler schätzen die Möglichkeit, permanent und an jedem Ort auf ihr Material zugreifen können“, sagt der Chemie-, Mathe- und Physiklehrer. Das Lernen falle so leichter.

Zudem werde bei dem Projekt ausprobiert, wie Schüler, Lehrer und Eltern miteinander kommunizieren könnten. Schon heute würden Lehrer mit ihren Klassen etwa in Gruppen beim Nachrichtendienst „What’s App“ Relevantes für den Unterricht austauschen. Problem sei dabei aber zum einen der Datenschutz, zum anderen die Vermischung von Schulischem und Privatem in den Nachrichtendiensten. Die Trennung zwischen beidem sowie der Datenschutz seien dagegen bei der Schul-Cloud gewährleistet.

Schüler haben über die Cloud Zugriff auf Arbeitsblätter und ergänzende Audio- und Bilddokumente. In Fremdsprachen kann so audiovisuell gearbeitet, in Mathe können Geometrie-Aufgaben digital dargestellt werden. Kritiker bemängeln, dass so aber zu wenig geschrieben werde. Kaewnetara gibt ihnen Recht, an seiner Schule werde aber das „Schreiben und Rechnen auf Papier“ besonders gefördert.

Bis 2022 läuft der Pilot an der Elisabethenschule. Erst danach wird sich klären, ob und wie die Bundesländer eine Lernplattform wie die Schul-Cloud einführen.

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