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Nordend Beltz-Platz: Kot und Urin in Hauseingängen

Den Anwohnern stinkt's: Am Matthias-Beltz-Platz im Frankfurter Nordend liegen Fäkalien in den Hauseingängen, weil feiernde Besucher des Platzes sich nicht benehmen können.

Frankfurter Nordend
Der Matthias-Beltz-Platz mit dem Kiosk Gudes wird sehr gut angenommen, von Anwohnern wie Auswärtigen. Foto: Monika Müller

Es ist nicht der erste Brief, den Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) von Anwohnern des Matthias-Beltz-Platzes bekommt. Dieses Mal schreibt Martin Hock, Miteigentümer der Friedberger Landstraße 107 und verschickt wenig appetitliche Bilder. Sie zeigen Kot auf dem Pflaster – laut Anwohnern stammen die Aufnahmen zwischen Briefkasten und Papiertonne von Montagvormittag. „Für uns ist das Maß voll!“, sagt er. „Es gibt auch keinen Reinigungsdienst, geschweige denn Hausmeister, der noch in der Lage und Willens wäre, solchen Schmutz zu beseitigen.“

Der Ärger um den Matthias-Beltz-Platz spitzt sich damit weiter zu. Seit Monaten sind Anwohner erbost über die Nutzer des belebten Platzes. Müll, Lärm und Wildpinkelei belasten die Bürger. Sie sprachen im Ortsbeirat vor und es gab einen Termin vor Ort, bei dem sich unter anderem Urinflecke an den Hauseingängen der Nummern 105 und 107 besichtigen ließen.

Ideen, die Missstände beseitigen, gab es, etwa ein Urinal aufzustellen. Geändert hat sich bislang nichts – der Ortstermin ist erst einen Monat her. „Wir wissen einfach nicht mehr weiter“, sagt eine Frau, die nicht namentlich genannt werden möchte. Die Matratze einer Mieterin, sagt Hock, habe man aus dem Keller entfernen lassen müssen, weil sie unter einem Kellerschacht lag und vollgesogen mit Urin war.

Mit dem Brief will Hock verdeutlichen, dass die Grenze längst überschritten ist. Er bittet Feldmann, „auf dem Matthias-Beltz-Platz umgehend wieder für Hygiene und Ordnung sorgen zu lassen.“ Die Anwohner sind ebenfalls skeptisch: Ein Urinal sei nur für Männer, es würden aber auch Frauen die Röcke zum Pinkeln heben. 

Das Problem für die Stadt: Es handelt sich um einen öffentlichen Platz, auf dem sich Menschen aufhalten können und auch sollen. Immerhin wurde er erst vor wenigen Jahren teuer saniert – um die Aufenthaltsqualität zu steigern. Nur wer direkt beim Wildpinkeln erwischt wird, kann belangt werden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, zum Schutz die derzeit offenen Hauseingänge mit Toren zu verschließen, um den Zugang zu unterbinden. Ein Anwohner aus der 107 sagt: „Man kann doch nicht alle Häuser einzäunen. Es ist einfach eine unglaubliche Schweinerei.“

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