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Nilgänse Botulismus tötete Ostpark-Gänse

Acht Gänse wurden tot im Ostpark gefunden. Todesursache war wohl ein Bakterium - und nicht ein Tierquäler, wie einige zunächst dachten.

Nilgänse
Nilgänse mit Küken. Foto: Michael Schick

Die acht Nilgänse, die die Polizei im Juli tot im Frankfurter Ostpark sicherstellte, sind wahrscheinlich an einer Infektion mit einem Bakterium gestorben. Zu diesem Urteil kommt das Hessische Landeslabor in Gießen nach Abschluss der Untersuchungen. Die wissenschaftliche Bezeichnung der Krankheit lautet Botulismus – ein Leiden, das in früheren Jahren auch schon den Enten im Ostpark zu schaffen gemacht hatte. Eine Fremdeinwirkung sei damit ausgeschlossen, teilte das Frankfurter Ordnungsamt mit.

Am 24. Juli hatte eine Tierschützerin mehrere tote Nilgänse im Ostpark entdeckt. Die Polizei fand bei der Suche in der Umgebung insgesamt acht tote Gänse. Die Tiere waren stark verwest, einigen fehlte der Kopf. Tierschützer äußerten den Verdacht, aggressive Gegner der zugewanderten Vogelart hätten die Gänse getötet.

Dem widersprach allerdings die erste Auskunft der Veterinäre, die sie bereits nach weniger als einer Woche abgaben: Eine parasitäre Infektion sei die Todesursache gewesen, hieß es Ende Juli. Für die Verstümmelungen sei vermutlich ein Fuchs verantwortlich. Damit schien der Fall gelöst zu sein.

Doch kurz darauf meldete sich die Baumschutzinitiative Wiesbaden zu Wort und verkündete: „Angeblich tödliche Parasiten als Ursache entpuppen sich als Zeitungsente!“ Die Initiative habe Akteneinsicht genommen und herausgefunden: Die Untersuchungen seien noch gar nicht beendet, so dass die Tat eines Tierquälers nicht auszuschließen sei.

Kein Tierquäler

Letzteres schließen die Behörden mit dem Endergebnis aber nun aus. Im Gutachten sei von „paariger Hautperforation“ und „postmortalem Tierfraß“ die Rede: „Das klingt am ehesten nach einem Fuchs“, sagte Ordnungsamtssprecher Ralph Rohr. Und somit also weder nach einem Tierquäler noch nach einer Zeitungsente.

Botulismus ist eine Krankheit, die schon bei Enten im Ostpark auftrat. Sie wird verursacht durch Botulinumtoxin, ein Nervengift, das unter der Bezeichnung Botox auch die Gesichtszüge von Menschen verjüngen soll. Auf dem Grund von Gewässern sind die Bakterien stets vorhanden, erklärt Matthias Werner von der Vogelschutzwarte. Erst wenn Umstände wie Hitze und Überfütterung der Vögel mit Brot es begünstigen, löst sich das Gift im Wasser. „Die Krankheit breitet sich rasch aus“, sagt Werner, „es gilt, die Kadaver schnell zu entfernen.“ Für Menschen sei dieser Typ aber ungefährlich. Probates Mittel gegen Botulismus ist die bessere Belüftung des Teichs. Das Wiederherstellen der Fließverbindungen im Frankfurt Osten ist deshalb ein Ziel.

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