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Nied/Fechenheim Tierheime leiden nach Bränden

Zwei Tierheime werben um Geldspenden und Katzen-Verpflegung. In Seckbach startet eigens eine große Sammel-Aktion.

Tierheim Nied
Im Nieder Tierheim leben vor allem Katzen, Katzentherapeutin Carmen Schell versorgt sie. Foto: Monika Müller

Viele Spenden sind eingegangen im Tierheim Nied, „wir haben keine Kapazität mehr“, sagt Petra Decken, Vorsitzende des Tierschutzvereins Schwanheim und Frankfurt-West, der das Tierheim betreibt. Vor zwei Wochen hat es gebrannt, vor allem Katzeninterieur ist zerstört worden. „Die Leute haben ganz viele Handtücher und Decken gespendet, aber die brauchen wir eigentlich gar nicht“, sagt Decken. 

Für Samstag, 28. April, hat die Tierhandlung „Das Futterhaus“ eine Spendenaktion angekündigt. Dafür wurde extra Platz geschaffen. In der Filiale in Seckbach werden Spenden angenommen, gesucht sind etwa Kratzbäume, Katzenbetten, Kuschelhöhlen, Kratzbretter, Spielzeug, Katzen- und Nagerstreu, Katzen- und Nagerfutter. Die Filiale hat ein kleines Dankeschön für alle Kunden, die sich beteiligen, angekündigt. Zudem wird ein Glücksrad mit Preisen aufgebaut sein. 

Brand zerstört Katzengehege vollständig

Bei dem Brand vom 2. auf den 3. April, der von einem Nachbargebäude übergriff, wurde ein Katzen-Außengehege vollständig zerstört. Die vier dort lebenden Tiere konnten ohne äußere Verletzungen von der Freiwilligen Feuerwehr gerettet werden. „Es geht ihnen ganz gut, eine Katze war ohnehin scheu und ist noch ziemlich durch den Wind“, sagt Decker. Eine Katzenpsychologin habe sich um die Tiere gekümmert, einige wurden mit Medizin versorgt. „Schlimm war auch, dass wir die Katzen baden mussten, die haben ja sehr nach verbranntem Plastik gestunken“, sagt Decker. 

Dabei ging alles noch glimpflich aus: Im Sommer, wenn das Tierheim stark besucht ist, leben bis zu 20 Katzen in der 50 Quadratmeter großen Außenanlage. Da sich nur vier Katzen aufhielten, konnten diese anderweitig im Hause untergebracht werden. 

Auch das Hauptgebäude wurde beschädigt, das Dach ist gesplittert. „Zwei Katzenräumen drinnen sind voller Rauch und Ruß gewesen“, sagt Decker. Die komplette Einrichtung musste beseitigt werden. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und 20 ehrenamtlichen Helfern, die sich über Facebook fanden, wurde ausgeräumt und geputzt. Auch die Fische im Teich mussten vorübergehend umziehen, weil Löschwasser hinein lief. 

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagt Decker. Es gibt nur noch wenig Raum für die Katzen, andere Tierheime boten inzwischen an, Tiere aufzunehmen. „Unsere Katzenpension im Sommer mussten wir auch absagen.“

Im Tierheim Fechenheim ist man nach dem Feuer Mitte Februar schon etwas weiter. Dort brannte der Waschraum komplett aus. „Seit Montag können wir den renovierten Raum wieder nutzen“, sagt Tierheimleiterin Sabine Urbainsky. Leitungen seien neu verlegt worden, es wurde gestrichen und geputzt. Durch Spenden konnte eine neue Waschmaschine angeschafft werden. „Aber wir brauchen vier für die Wäsche, die bei uns anfällt“, sagt Urbainsky. 

Teilweise wurde die Wäsche in Wäschereien gebracht, teils wurden zwei Maschinen genutzt, die in anderen Räumen innerhalb des Tierheims untergebracht und daher nicht beschädigt sind. „Wir haben allein 136 Hunde, die viel Dreck machen“, sagt Urbainsky. Insgesamt lebten 400 Tiere im Heim. „Das war schon ein großes Organisationsproblem“, sagt sie. 

Auch die Kosten bereiteten Sorge: Die Versicherung übernahm zwar die Renovierung des Waschraums, für die teils 30 Jahre alten Waschmaschinen wird allerdings nur der Reparaturwert ersetzt – nicht der Anschaffungspreis. „Zwei können wir wohl reparieren, aber ansonsten brauchen wir neue“, so Urbainsky.

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