Lade Inhalte...

Neues Viertel in Frankfurt Platzverweise für Bettler in der neuen Altstadt

Drei Monate nach der Eröffnung der neuen Altstadt in Frankfurt zieht der Geschäftsführer der Dom Römer GmbH eine zufriedene Zwischenbilanz. Einige Probleme sieht er trotzdem.

Altstadt
Immer ein echter Hingucker: Besucher in der Altstadt. Foto: Michael Schick

Die neue Frankfurter Altstadt zwischen Dom und Römer wird gegenwärtig von etwa 5000 Menschen am Tag besucht. Obwohl die Zahl der Besucher langsam wächst, gibt es in dem 7000 Quadratmeter großen Quartier lediglich zwei Abfallkörbe.

Drei Zahlen, mit denen sich Michael Guntersdorf immer wieder beschäftigt. Und doch: Drei Monate nach der Eröffnung der Altstadt zieht der Geschäftsführer der städtischen Dom Römer GmbH im Gespräch mit der FR eine durchaus zufriedene Zwischenbilanz.

Der Manager begeht täglich das Quartier. Und was er dabei erlebt, verbucht der Hausherr positiv. „Es ist ein ständiger Fluss von Menschen da, aber die Leute stehen sich nicht auf den Füßen.“ So hatte es sich Guntersdorf auch zuvor erhofft: Das neue Viertel sollte in seinen Augen nicht überrannt werden von Touristen.

Tatsächlich könnte der nicht übermäßige Besuch der Altstadt auch mit der großen Hitze der zurückliegenden Wochen zu tun haben.

„Wir haben gar keine Mietwohnungen gebaut“

Das Diktum des Geschäftsführers heißt aber noch immer: Nicht für die Touristen, sondern als Wohnviertel in Frankfurt wurde die neue Altstadt erbaut.

Deswegen verdrießt es ihn auch, wenn er mitbekommt, dass Fremdenführer Falschmeldungen verbreiten. „Teilweise ist das extrem unqualifiziert“, brummt Guntersdorf. So habe ein Führer seiner Besuchergruppe doch tatsächlich erzählt, dass die Kommune in der Altstadt extrem teure Mietwohnungen gebaut habe. „Wir haben gar keine Mietwohnungen gebaut“, so die Feststellung, in Wahrheit sind es nämlich 80 teure Luxus-Eigentumswohnungen.

Diese würden für bis zu 18 Euro pro Quadratmeter von ihren Besitzern an andere Nutzer weitervermietet. Ein Umstand, den der Geschäftsführer mit den Worten bewertet: „Das ist für diese Lage okay.“ Der Manager überlegt deshalb, gegen den betroffenen Stadtführer „einen Anwalt einzuschalten“.

Obwohl nur zwei Abfallkörbe in der Altstadt existieren, betont der Geschäftsführer auch: „Es gibt kein Müllproblem.“ Jeden Morgen vor 7 Uhr reinigten Kehrmaschinen und Mitarbeiter der Straßenreinigung das kleine Viertel.

Gravierender sei da schon das Auftreten von Bettlern in der Altstadt: „Wir haben da regelrechte Wellen gehabt.“

Es gebe durchaus aggressive Bettelei. Es fänden sich zudem „Fäkalien“ als unerwünschte Hinterlassenschaft der nicht erbetenen Besucher. Zum Beispiel vor dem Haus des Frankfurter Kunstvereins.

Auf sein Drängen hin, so Guntersdorf, unternehme die Stadtpolizei mittlerweile tägliche Kontrollgänge und habe auch schon Platzverweise ausgesprochen gegen einige aggressive Bettler.

„Die Stadt muss sich grundsätzlich überlegen, was sie da tun will“, fordert der Manager.

Am 20. August tritt der städtische Sonderausschuss Dom Römer zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen. Dann werden die Stadtverordneten darüber diskutieren, wie sie das erste Vierteljahr der neuen Altstadt beurteilen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen