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Neue Altstadt in Frankfurt Giraffe sorgt für Ärger in der Altstadt

Das Steiff-Tier in der Frankfurter Altstadt ist umstritten. Die einen finden, die Plüsch-Giraffe störe die Idylle am Hühnermarkt, andere sehen sie als Attraktion.

Neue Altstadt in Frankfurt
Fremdelt sehr, die Steiff-Giraffe am Hühnermarkt. Foto: Christoph Boeckheler

Schon Hieronymus Bosch malte um 1500 eine Giraffe auf einen Triptychon, die alten Ägypter betrachteten die Tiere mit dem langen Hals als „Orakelwesen“ mit schamanischen Zügen. Nun begegnet den Besuchern der neuen Altstadt eine ganz andere Variante: Die, mit dem Knopf im Ohr, irgendwie gigantisch ist, obwohl mit geschätzten knapp drei Metern deutlich kleiner als etwa ein ausgewachsener Giraffenbulle mit bis zu sechs Metern.

Schon fast zwei Meter ist eine echte Giraffe groß, wenn sie in der afrikanischen Savanne zur Welt kommt. Also könnte es sich bei der Giraffe vom Hühnermarkt möglicherweise um einen Halbstarken handeln. Das merkt man dem Tier aber nicht an. Steif steht es da und rührt sich nicht. Blickt auf den Brunnen, der leise vor sich hinplätschert und der dem Mundartdichter Friedrich Stoltze gewidmet ist.

Teilnehmern, die bei der FR eine Führung durch die Altstadt gewonnen hatten, gefiel die Giraffe allerdings gar nicht. Sie „verhunze das Ambiente des Altstadtidylls“, schrieb etwa ein Ehepaar der Frankfurter Rundschau und der Dom-Römer-GmbH. Sie solle „aus dem Stadtbild entfernt“ werden. Auch sei fraglich, ob sie den „öffentlichen Raum okkupieren“ dürfe. 

„Nach dem ersten Regen ist sie weg“, hofft der Chef der Dom-Römer-GmbH, Michael Guntersdorf und fügt bedauernd hinzu: „Was nicht verboten ist, ist erlaubt.“ Offenbar habe man bei der Gestaltungssatzung für die Altstadt nicht an solche Ausschweifungen gedacht. „Wir haben mit der Firma Steiff geredet. Die finden das schön.“

Stimmt: „Unsere Steiff-Giraffe ist bereits jetzt ein großer Anziehungspunkt am Hühnermarkt und zaubert sowohl Groß als auch Klein ein Lächeln ins Gesicht“, heißt es etwas steif in einer Stellungnahme. Und weiter: „Alle notwendigen Unterlagen für die Nutzung des öffentlichen Raumes liegen der Stadt Frankfurt vor.“

Und wenn es irgendwann einmal wieder regnen sollte, wird das Stoff-Tier im Steiff-Laden untergebracht, dort wo es schon jetzt die Nächte verbringt. Einzige Achilles-Ferse der Giraffe ist ihre Käuflichkeit: Für schlappe 3990 Euro könnte man sie sozusagen wegkaufen – aber wohin dann damit. 

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