Lade Inhalte...

Neue Altstadt Frankfurt Traumhaft schön – wie im Fernsehen

Die neue Altstadt in Frankfurt verzückt die Besucher, auch wenn nicht alle entspannt bleiben.

Neue Altstadt in Frankfurt
In der Neuen Altstadt gibt es viel zu sehen - und auch einiges zu kaufen. Foto: Renate Hoyer

Elvis feiert auch mit bei der offiziellen Eröffnungsfeier der neuen Frankfurter Altstadt. Also irgendwie zumindest. Denn im Café Melange tanzen am frühen Freitagabend einige Seniorinnen ausgelassen mit Mann oder Rollator zu Presley’s „Let me be your Teddy Bear“. Überhaupt ist die Stimmung in den Straßen der neuen Altstadt an Tag 1 der dreitägigen Altstadtfeier überwiegend recht fröhlich.

In der Weinbar und Vinothek Balthasar Ress sitzen Frankfurter und amerikanische Touristen und unterhalten sich bei Weinchen. Spanische Touristen machen lustige Posen auf einem roten Teppich mit Weingläsern in der Hand. Der rote Teppich ist Teil einer Performance einer Künstlergruppe, die durch die Altstadt zieht, immer wieder an anderen Ecken den roten Teppich ausrollt und schweigend zuschaut, wie die Leute reagieren. 

Manche sind schüchtern, andere legen einen Altstadt-Catwalk hin. Zwischendrin laufen Tour Guides mit ihren Gruppen über den Hühnermarkt, und es wird immer voller. „Ich zeige meiner Mutter die Altstadt, weil sie aus Görlitz zu Besuch ist. Ich war schon im Mai mal da, als die Bauzäune fielen hier, aber da war es noch wie eine Geisterstadt. Eine unwirkliche Filmkulisse. Jetzt ist es eine ganz andere, lebendige Stimmung mit all den Läden, die jetzt geöffnet sind. So schön“, sagt eine 30-jährige Frankfurterin. Wenige Stunden zuvor startet alles noch recht ruhig.

Beim Schnipp-Schnapp-Band-Durchschneiden gibt es einen kleinen Applaus von oben: vom Publikum, das aus der Höhe des Schirn-Cafés auf die offizielle Altstadteröffnung um 9.30 Uhr auf Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Schere und die vielen Kameras blickt. „Das ist das erste Mal, dass Herr Feldmann pünktlich ist, sonst ist er doch immer zu spät“, sagt Waltraud Schmidt aus Bad Vilbel. Genau genommen ist er sogar fünf Minuten vor der Zeit.

„Sie ist traumhaft, toll“

Angelika Hartwig-Kunrath aus Nürnberg ist gerade in der Stadt, weil sie die Wohnung von Freunden hütet. „Leider war ich eine Minute zu spät und habe das offizielle Durchschneiden verpasst“, sagt sie. Die neue Altstadt gefällt ihr sehr. „Sie ist traumhaft, toll. Bislang kannten wir sie nur aus dem Fernsehen.“

Streit um den besten Selfie-Spot gibt es an diesem Freitagmorgen nicht, denn abgesehen von der Presse ist die Menge an Zuschauern am Vormittag doch recht überschaubar. Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth winkt freundlich nach oben, zu den Schülern, Rentnern und paar Touristen. Vormittags cruisen junge Amerikaner mit dem Rad gemütlich durch. Drei Stunden später wird dies nicht mehr möglich sein. 

„It was breaked up, because it was so ugly“

Denn da beginnt langsam der Ansturm. Ein Herr versucht sich als englischsprachiger Reiseleiter und möchte seiner Gruppe eigentlich erklären, dass, bevor die neue Altstadt gebaut wurde, das Technische Rathaus im Jahr 2011 abgerissen wurde, weil dieser 1974 erbaute graue Betonklotz wenig schön war. Oder wie er es ausdrückt: „It was breaked up, because it was so ugly.“ Seine Gruppe nickt zumindest amerikanisch höflich; ob sie es verstanden hat, bleibt unklar.

Eine Dreier-Gruppe aus Ohio ist auf Schnelldurchlauf programmiert. „Wir reisen durch ganz Deutschland auf der Suche nach unseren deutschen Wurzeln. Die Altstadt ist nice und sauber“, sagt eine der Amerikanerinnen, während sie Popcorn kaut. Ein Schild führt zu Marie Antoinette. Wer diesem folgt, landet in einem Dessous-Laden, da gibt es BHs von A- bis J-Körbchen. 

Kuscheln vor dem Steiff-Laden 

Neben dem Haus der „Goldenen Waage“, das nicht nur eines der schönsten Häuser, sondern auch das teuerste in der neuen Altstadt ist, ist auch die sehr, sehr große Giraffe vor dem Steiff-Laden am Hühnermarkt total beliebt. Beinahe beliebter als der Friedrich-Stoltze-Brunnen. Aber später am Tag muss sie zurück in den Laden, weil es noch ungeklärt ist, ob sie an diesem historischen Schauplatz auf der Gasse stehen darf. „Es gab Beschwerden, und die Stadt muss noch entscheiden, ob sie auf dem Hühnermarkt sein darf oder die historische Atmosphäre stört“, sagt die Dame vom Steiff-Laden. Kaufen kann man das Tier übrigens auch. 3990 Euro kostet es, wenn man zu Hause damit kuscheln möchte.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen