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Mustafa S. Ortsbeirat erinnert an Mustafa S.

Nach einer Schweigeminute will sich der Ortsbeirat mit der Forderung der Umbenennung der S-Bahn-Station Ostendstraße beschäftigen. Eine Petition verlangt, sie nach dem getöteten 17-Jährigen zu benennen.

Bahnhof Ostendstraße, Frankfurt, Bild x von 12
In der S-Bahn-Station Ostendstraße wird mit Kerzen an Mustafa Alptug S. erinnert. Foto: Michael Schick

Die Debatte um eine mögliche Umbenennung der S-Bahn-Station Ostendstraße nach dem 17-jährigen Mustafa Alptug S. aus Hanau beschäftigt nun auch den Ortsbeirat 4, der für das Ostend und Bornheim zuständig ist. Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) sagte der Frankfurter Rundschau am Montag, bei der Sitzung des Ortsbeirats am Dienstag werde man zunächst eine Schweigeminute für den 17-Jährigen einlegen, der vor zwei Wochen bei einem S-Bahn-Unfall an der Ostendstraße ums Leben gekommen war.

Die Polizei geht davon aus, dass S. ins Gleisbett gestiegen war, um einem betrunkenen Obdachlosen zu helfen. Der 17-Jährige war von einer Bahn überrollt worden und noch am Unfallort gestorben.

Die Forderung, die S-Bahn-Station nach Mustafa Alptug S. zu benennen, habe er wahrgenommen, sagte Ortsvorsteher Steib. Das Thema werde den Ortsbeirat bei der Sitzung in jedem Fall beschäftigen. Da die Umbenennung eines Bahnhofs vermutlich sehr aufwendig sei, könne er sich persönlich auch die Installation einer Gedenktafel vorstellen, sagte der Ortsvorsteher. Aber er wolle der Debatte nicht vorgreifen.

Großer Zuspruch

Eine Online-Petition, die Ende vergangener Woche gestartet wurde und die Benennung des Bahnhofs Ostendstraße nach Mustafa Alptug S. fordert, haben inzwischen mehr als 39 000 Menschen unterzeichnet. Sie wurde von Dogus Albayrak initiiert, dem Bruder von Tugçe Albayrak, die 2014 in Offenbach von einem jungen Mann niedergeschlagen worden und an den Folgen des Sturzes gestorben war. Weil die Studentin zuvor zwei junge Mädchen verteidigt hatte, gilt sie seitdem als Symbolfigur für Zivilcourage.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, die Ostendstraße nach Mustafa Alptug S. zu benennen. Er könne sich aber auch andere „würdige Erinnerungen“ vorstellen, etwa eine Gedenktafel oder die Umbenennung eines Platzes in der Nähe, so Feldmann. Welches Gedenken es geben werde, solle mit der Familie des 17-Jährigen entschieden werden. Diesen Punkt betonte am Montag auch eine Sprecherin der Deutschen Bahn gegenüber der FR. An erster Stelle stehe jetzt erst einmal „das Gespräch mit der Familie“.

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