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Metropolis in Frankfurt Terence Hill, ganz in echt und zum Anfassen

Terence Hill wird immer noch sehr geliebt. Hunderte Fans kommen, um ihn und seinen neuen Film im Metropolis in Frankfurt zu sehen.

Terence Hill
Terence Hill ist immer noch heiß begehrt bei seinen Fans. Foto: Michael Schick

Und plötzlich ist Terence Hill da. Ganz in echt und zum Anfassen. Also, wenn man es schafft, sich den Weg durch die Fans zu bahnen. Mit Sonnenbrille, Baseballkappe, Jeanshemd und diesem legendärem Strahlelächeln steigt der italienische Actionheld auf dem Oeder Weg aus einem weißen Porsche Cayenne aus. Um endlich den langjährigen Gerüchten ein Ende zu setzten: Seine blauen Augen sind echt. Keine Kontaktlinsen. Wie man später sieht.

Seinen cool-lässigen Gang hat er auch noch mit 79 Jahren drauf. Er ist an diesem Samstagabend viel früher gekommen als erwartet. Fast eine Stunde vor Filmbeginn. Viele Fans ahnten das wohl. Denn bereits zwei Minuten, bevor sein Wagen hält, rennen alle Fans, die eben noch am Haupteingang des Cinestar Metropolis entspannt in ihren Terence-Hills-Shirts standen, los in Richtung Seiteneingang. Die Fans sind zwischen Mitte 20 und Mitte 60. Sie halten Bilder ihres Heldens hoch. „Terence, Du bist der Größte!“, ruft ein Mann. Eine Mutter lässt Hill sogar den Pass ihres kleinen Sohnes unterschreiben. Sie hat ihn nach dem Helden ihrer Kindheit benannt: Terence.

Nach 20 Jahren ist die Legende wieder im Kino zu sehen: Mit „Mein Name ist Somebody – Zwei Fäuste kehren zurück“. Hill widmet dieses Roadmovie, für das er auch das Drehbuch geschrieben und in dem er Regie geführt hat,  seinem vor zwei Jahren verstorbenen Filmpartner und guten Freund Bud Spencer. Dieser Tage war Hill auf großer Kinotour durch Deutschland. Allein in Frankfurt füllt er an diesem Abend zwei Kinosäle, jeder mit knapp 600 Sitzen. Am gleichen Abend hat er auch im Kinopolis in Sulzbach drei Kinosäle ausverkauft.

Terence Hill macht selbst Kinomitarbeiter nervös

Silke Schuller (38) aus Offenbach sagt: „Ein Kindheitstraum wird wahr. Er war meine erste große Liebe. Diese blauen Augen.“ Sie lächelt. „Als Kind habe ich meiner Mutter schon gesagt, dass ich ihn treffen werde. Sie hat damals gelacht. Und niemals hätte ich damit gerechnet, dass das jetzt, so viele Jahre, später tatsächlich noch passieren wird.“  Eine dreiköpfige Männergruppe ist sogar extra nur für den Abend von der Ostsee angereist. „Um einmal Terence, unseren Kindheitshelden, live zu sehen. Bis heute treffen wir uns, um uns alte Filme von Hill und Bud Spencer anzusehen. Sie haben ihren Charme und Witz nicht verloren“, sagt Nico (35). Hill wird später im Foyer erzählen, dass er selbst seine alten Filme „gar nicht mehr anschaut“. „Aber ein Fan hat gerade meine Schlägerei-Szenen mit Bud zu einem Video zusammengeschnitten. Darüber habe ich sehr gelacht.“ Hills eigene Kindheitshelden waren Laurel und Hardy.

Nicht alle schaffen es, ein Autogramm oder Selfie mit ihm zu bekommen. Zu groß ist der Ansturm. Aber wenn es mit dem Selfie klappt, sagt Hill tatsächlich, als ob es für ihn eine Ehre ist, nicht umgekehrt: „Danke.“ Später betont er: „Ich hätte mit so einem Ansturm nicht gerechnet. Das ist einfach sehr süß und schön.“ Seine Rührung ist echt. Man sieht aber auch und er gibt zu, dass der Hype um seine Person „anstrengend“ ist. Hill spricht gut Deutsch. Seine Mutter war Deutsche, und auch wenn er in Venedig geboren wurde, verbrachte er seine frühe Kindheit unweit von Dresden.

Kurz bevor Terence Hill den Kinosaal betritt, herrscht eine angespannte Stimmung. Alle sind nervös. Selbst die Kinomitarbeiter. Als er auf die Bühne tritt, stehen drei Bodyguards vor ihm. Die Fans jubeln. Auf Deutsch erzählt Hill von einem der Drehorte seines neuen Films: das spanische Almería. „In dieser Wüste hatte ich Bud Spencer zum ersten Mal getroffen.“ Auch ein Western, na klar. „Die erste Szene war eine Schlägerei“, sagt Hill und lacht. Da habe Spencer zu ihm gesagt: „Na Kleiner, hast du Angst?“ Darauf habe er geantwortet: „Nein, Dicker, ich habe keine Angst. Ich bin schnell. Also pass du lieber auf.“ Das Publikum lacht.

Marika Roth ist extra aus Burgdorf unweit von Hannover nach Frankfurt gereist. Dabei war sie schon in Berlin und Dresden auf seiner Kinotour, aber sie will jetzt endlich auch ein Foto mit ihm. „Er ist genau mein Männertyp: blaue Augen, braun gebrannt, muskulös. Er ist immer noch heiß und eine Legende.“ Sie hält drei weiße Rosen, ein rotes Luftballon-Herz und eine Bravo von 1966 mit Terence Hill als jungem Coverboy in der Hand. Am Rand ist darauf noch der bürgerliche Name des Schauspielers gedruckt: Mario Girotti. „Die Bravo soll er unterschreiben.“ Zuhause hat sie sogar Terence-Hill-Bettwäsche. Ihr Freund fände das okay.

Angelo Hose (33) ist aus Sontra bei Kassel angereist: „Ich habe 300 DVDs. Ich habe sogar den Film, wo Terence seinen erste kleine Rolle als zwölfjähriger Junge hatte.“ Hose war auch schon bei Hills Kinotour in Bremen. „Aber da habe ich leider kein Autogramm bekommen.“ Heute hat er da mehr Glück. Hose strahlt, die Edding-Unterschrift ist durch die Eile leicht verwischt. Und wie fand er den neuen Film?“ „Schön, aber melancholischer als die alten Filme. Und es gab leider nur eine Schlägerei.“

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