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Markt in Fechenheim Neuer Anlauf für Wochenmarkt

Ein Wochenmarkt würde Fechenheim bereichern, finden viele Bewohner des Frankfurter Stadtteils. Aber lohnt sich das auch für die Betreiber?

Fechenheim
Der Linneplatz in Fechenheim wird bislang für Feste genutzt. Foto: Christoph Boeckheler

Knackiges Obst, frischer Fisch oder einen Käse, den es beim örtlichen Supermarkt nicht gibt: In vielen Stadtteilen Frankfurts ergänzen Wochenmärkte die vorhandenen Einkaufsläden. Auch in Fechenheim gab es verschiedene Anläufe einen solchen Markt zu etablieren. In der Vergangenheit fand sich aber niemand, der die Verantwortung übernehmen wollte – zu groß war die Angst vor einem Minus-Geschäft. Jetzt prüft die Stadt erneut, ob Fechenheim als Markt-Standort in Frage kommt.

Dazu wurde die Stadt in einem Antrag der Grünen-Fraktion des Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Riederwald, Seckbach) aufgefordert. „Überall im Stadtgebiet etablieren sich Wochenmärkte“, begründet Antragstellerin Sandra Neubauer (Grüne) den Vorstoß. „Die werten die Stadtteile auf.“ Bei der Prüfung sollen auch örtliche Akteure, wie das Quartiersmanagement und Gewerbetreibende, eingebunden werden. Denkbar sei ein Wochenmarkt auf dem zentralen Linneplatz. Auf dem Areal, das offiziell Burglehenplatz heißt, sei die nötige Infrastruktur wie Strom, Wasser und Parkplätze vorhanden. Der Platz kam auch schon vor einigen Jahren in die engere Auswahl für einen möglichen Marktstandort. Doch final geklärt wurde die Diskussion um einen Wochenmarkt in Fechenheim bis heute nicht.

Andere Betriebe könnten profitieren

Zumindest in einem Punkt sind sich nach wie vor alle einig: Ein Markt würde den östlichen Stadtteil bereichern. Allen voran die Mitglieder des Ortsbeirats, die den Grünen-Antrag einstimmig verabschiedeten. Quartiersmanagerin Nora David sagt: „Ein Wochenmarkt würde dem Stadtteil guttun.“ Auch der Gewerbeverein Fechenheim findet die Idee „toll“, sagt sein Vorsitzender Sebastian Schugar (CDU). Von einem wöchentlichen Markt erhofft er sich Laufkundschaft. „Davon könnten auch die Betriebe in Fechenheim profitieren.“

Nur: bisher klafften Wunsch und Realität auseinander. Seit 15 Jahren versuche der Gewerbeverein einen Wochenmarkt nach Fechenheim zu holen, berichtet Schugar. Doch man sei immer wieder zu dem Schluss gekommen, dass sich ein Markt für die Standbetreiber, die von außerhalb anreisen, nicht rentiere. Mindestens 1000 Euro müsse jeder Stand pro Markttag einnehmen – in Fechenheim sei das unrealistisch.

Dass stattdessen Händler aus Fechenheim die Stände betreiben, schließt Schugar aus: „Die örtlichen Händler wollen das nicht machen.“ Zumal ein Wochenmarkt ja gerade Angebote ins Viertel bringen solle, die es noch nicht gibt. „Man braucht eine Marktbetreibergesellschaft“, glaubt Schugar.

In Frankfurt ist das vor allem die städtische Managementgesellschaft „Hafen- und Markt“ (HFM). Die HFM ist für 25 Wochenmärkte im ganzen Stadtgebiet verantwortlich – und sie prüft jetzt im Auftrag der Stadt, ob Fechenheim als zukünftiger Marktstandort in Frage kommt.

Dabei berücksichtige man „verschiedene Indikatoren“, erklärt Michael Lorenz, HFM-Abteilungsleiter für Märkte. Zum Beispiel werte man Daten zur Kaufkraft der Anwohner aus. Am wichtigsten sei eine geeignete Fläche. Dabei gilt: Der zukünftige Standort müsse belebt sein. „Eine hinreichende Frequenznutzung“, nennt Lorenz das. Dass ein Markt alleine Laufkundschaft ins Viertel holt, sei eine Illusion. „Es braucht ein passendes Umfeld.“

Die HFM prüfte bereits vor vier Jahren, ob sich ein Markt in Fechenheim halten könnte. Damals entscheid man sich dagegen. Wie er die Chancen jetzt einschätzt, wollte Lorenz nicht kommentieren. Das widerspreche einem ernsthaften Prüfverfahren. Wer weiß – vielleicht fällt die Entscheidung ja diesmal anders aus.

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