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Leonhardskirche Die Maria von St. Leonhard

Dank Spenden konnte eine Marienfigur aus der Leonhardskirche restauriert werden. Bald soll sie Teil einer Ausstellung im Dommuseum werden.

Maria
Die Maria ist farbig. Teile ihrer Kleidung sind heute noch rot, blau und weiß. Foto: Christoph Boeckheler

Ein bisschen spitzbübisch schaut die Marienfigur von ihrem Podest. Der Mund ist spitz geformt, sie lächelt leicht, und die untere der rot bemalten Lippen ist zum Schmollmund nach vorn gezogen. Solche Details kann der Betrachter nur erkennen, weil die Figur in den zurückliegenden Monaten aufwendig restauriert wurde.

Zwar steht die Marienfigur bei ihrer Präsentation im Dommuseum aber eigentlich stammt sie aus der Kirche St. Leonhard. Da das Gotteshaus am nördlichen Mainufer – unweit des Eisernen Stegs – momentan aber restauriert wird, wird Maria noch einige Zeit im Dommuseum Unterschlupf finden.

Die Restauration der Figur haben die Freunde Frankfurts möglich gemacht. Speziell der Förderkreis St. Leonhard, der Teil des Vereins ist, hat die Finanzierung der Arbeit durch Spenden realisiert. 5400 Euro hat die Restauration gekostet. „Es ist ein erster Schritt“, sagte Gabriele Gillner von den Freunden Frankfurts, „aber wir sind schon wieder auf dem Weg.“ Man wolle nun weitere Spenden organisieren, um weitere Stücke aus den Funden in St. Leonhard aufbereiten zu lassen, um sie schließlich in der Kirche zu präsentieren.

Wie aufwendig das Ganze manchmal sein kann, erklärte Restauratorin Birgit Schwieder. Mehr als 60 Stunden brauchte sie für die Aufarbeitung und Analyse. Oftmals nur mit Pinsel, Skalpell und Wattestäbchen versuchte sie, die Figur vom anhaftenden Mörtel zu befreien. Die Marienfigur wurde nämlich in einer Mauer gefunden. „Sie war sozusagen ein Mauerstein“, sagte Schwieder. Als man keinen Verwendungszweck mehr für die im 15. Jahrhundert geschaffene Marienfigur hatte, nutzte man sie einfach an anderer Stelle.

Ursprünglich gehörte die Maria zu einem Heilig-Grab-Altar, der in einem runden Anbau der Kirche, dem Brommenchor, stand. Insgesamt 137 Teile dieses Altars fanden die Archäologen – vollständig ist er damit nicht. Ob man ihn wieder zusammensetzen werde, müsse sich zeigen.

Eine Auswahl der vielen entdeckten Gegenstände aus der Leonhardskirche soll bereits im kommenden Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ab August 2019 beschäftigt sich eine Ausstellung im Dommuseum mit den Grabungsfunden. 800-jähriges Bestehen feiert dann St. Leonhard – 1219 schenkte Kaiser Friedrich II. den Frankfurtern den Baugrund des heutigen Gotteshauses.

Ein Teil der Ausstellung wird dann natürlich die restaurierte Marienfigur aus Tuffstein sein. Dazu kommt der bereits aufbereitet Atzmann – eine steinerne Statue, die ebenfalls aus dem 15. Jahrhundert stammt. Auch eine Beweinungsgruppe aus Terrakotta wird zu sehen sein, die aus vielen kleinen Scherben wieder zusammengesetzt wurde.

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