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Künstler in Frankfurt Atelierfrankfurt soll im Ostend bleiben

Die Koalition im Frankfurter Römer bekennt sich zum Atelierfrankfurt, in dem 200 Künstler ihre Werkstätten haben. Auf dem Grundstück im Ostend sollen keine Wohnungen entstehen.

Frankfurt. Open Studios, Kunstsommer. TAGESHONORAR.
Bei ?Open Studios? im August 2017 öffnete sich das Atelierfrankfurt den Besuchern. Foto: Renate Hoyer (Renate Hoyer)

Die Koalition im Römer setzt sich für den Fortbestand des Künstlerhauses Atelierfrankfurt im Ostend ein. „Ein solches Angebot für Künstler gehört einfach zu einer Stadt wie Frankfurt, mit der renommierten Städelschule sowie der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach in unmittelbarer Nähe“, sagte Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

Manuel Stock, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer, ergänzte: „Eine Institution wie das Atelierfrankfurt müssen wir einfach in der Stadt bewahren“. Die Grünen seien allen Lösungen gegenüber aufgeschlossen, die „einen Verbleib am Standort“ ermöglichten, sagte er. Die Frankfurter Rundschau hatte zuvor berichtet, dass der Mietvertrag für das Kunst- und Kulturhaus in der Schwedlerstraße 1-5 neu verhandelt wird – solange ist die Zukunft der 200 Künstler in den 130 Ateliers ungewiss.

In die Verhandlungen eingebunden sind der Eigentümer, Michael Loulakis, die Leitung des Atelierfrankfurt und das Kulturamt sowie das Kulturdezernat der Stadt. Der alte Mietvertrag läuft zum 30. Juni aus. Das Grundstück in der Schwedlerstraße liegt im Unterhafen, in der Nähe des Osthafens. Laut Bebauungsplan sollen sich dort nur Gewerbe, Industrie oder Hafen-Sonderflächen ansiedeln, sagte Mark Gellert, Sprecher im Planungsdezernat. Eine Wohnbebauung sei nicht erwünscht.

Einer Umnutzung der Fläche für Wohnbebauung würde sich die CDU-Fraktion verweigern, sagte Thomas Dürbeck, schon allein um Industrie und Gewerbe im Osthafen nicht zu gefährden. „Für die Kunst ist es ein guter Standort“, sagte er. In der Nähe befände sich das Ensemble Modern in der Schwedlerstraße 2, die Ateliers der Städelschule in der Daimlerstraße sowie der Kunstverein Familie Montez in der Honsellstraße. „Es ist eine spannende Ecke für die Kunst“, sagte auch Manuel Stock. Zur Frage, ob die Stadt die Immobilie in der Schwedlerstraße kaufen oder mieten wolle, äußerten sich beide nicht – mit Verweis auf die Verhandlungen. Die Frage „kaufen oder mieten?“ hatte sich auch beim Atelierhaus Basis in der Gutleutstraße 8-12 gestellt. 2016 hatte der damalige Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) und die einstige Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU), heute OB-Kandidatin, den städtischen Ankauf der Immobilie vom Land in die Wege geleitet. Das Atelierhaus Basis mit 125 und das Atelierfrankfurt mit 130 Arbeitsräumen sind heute die wichtigsten Künstlerzentren in der Stadt – abgesehen von einigen über die Stadt verteilten Ateliers. Der Zuschuss der Stadt für beide Häuser beträgt laut Haushaltsentwurf 2018 jeweils 50 000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Miete. Für das Atelierfrankfurt, ein Lagerhaus von 1912, werden pro Jahr 535 200 Euro Miete fällig. Einen Großteil trägt die Stadt – laut Haushaltsentwurf 2018 sind für die Miete im Atelierfrankfurt sowie das Künstleraustauschprogramm „Artists in Residence“ 540 000 Euro vorgesehen. Für die Vermietung der Basis wiederum nimmt die Stadt pro Jahr 117 643 Euro an Miete ein. Die Basis erhält Förderung vom Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main, der Hessischen Kulturstiftung und dem Land Hessen.

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