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Innenstadt Zu viel Verkehr in der Alten Gasse

Wegen des immer stärker werdenden Verkehrs lädt die Initiative „Innovationen Alte Gasse“ zu einem Infofrühstück und einem Rundgang.

Begehung
Gerd Martus zeigt, wo es seiner Ansicht nach Probleme gibt. Foto: Michael Schick

Durch die Alte Gasse rauschen am Samstagvormittag im Sekundentakt die Autos. Dazu zahlreiche Radfahrer. Fußgänger eilen über die schmalen Bürgersteige. Gerd Martus, Anwohner und Sprecher der Initiative „Innovationen Alte Gasse“, hat zu einem Informationsfrühstück mit anschließendem Rundgang geladen.

Anlass sei der „immer stärker werdende Verkehr“ rund um die Alte Gasse, „was zu immer größeren Rücksichtslosigkeiten“ führe, so Martus. An der Kreuzung zur Bleichstraße war in der Vorwoche eine Passantin beim Überqueren einer grünen Ampel angefahren worden. Christine Klemm, Mitarbeiterin des Modegeschäfts an einer Ecke der Kreuzung, hat den Unfall beobachtet. Trotz gelben Blinklichts auf beiden Seiten der Fußgängerampel sei die Frau übersehen worden. Einen Grund für den Unfall sieht Chef Orhan Yildiz in der Geschwindigkeit der Autofahrer. „Auf der Bleichstraße wird extrem schnell gerast“, sagt er. Allerdings ist durch eine Häuserfassade diese Stelle auch schlecht einzusehen.

Michael Weber (CDU), der als einziges Mitglied des Ortsbeirats 1 vorbeigekommen ist, schlägt spontan vor, die vierte Spur für Autos zu sperren und stattdessen die dritte Spur für Linksabbieger zu nutzen. Zur Verkehrssituation allgemein sagt er: „Da bin ich städteplanerisch überfragt“. Gerd Martus, der am Samstag mit einer Leinwand, auf der die rot eingekreiste Zahl 30 steht, herumläuft, wünscht sich für die Alte Gasse eine Tempo-30-Zone. Er und der Betreiber des Weltladens, Rainer Ott, fordern außerdem mehr Fahrradbügel in der Straße, am liebsten dort, wo jetzt noch Autos parken. Dagegen spricht sich, Ariane Roth, Geschäftsführerin der Buchhandlung am Kreisel, aus. „Parkplätze werden immer vermisst“, sagt Roth. Für ihre Kundschaft, die nur drei Minuten halten würde, um ein bestelltes Buch abzuholen, sei das kostenpflichtige Parkhaus Konrad-Adenauer-Straße um die Ecke keine Alternative.

Ausfahrt des Parkhauses ist neuralgischer Punkt

Die Ausfahrt des Parkhauses in der Vilbeler Straße ist für Martus ein weiterer neuralgischer Punkt. Weil Autofahrer dort zunächst nur nach rechts abbiegen dürfen, führt sie ihr Weg über den Kreisel durch die Alte Gasse oder angrenzende Straßen. Die Möglichkeit, nach der Ausfahrt einen „U-Turn“ zu machen, würden viele Autofahrer übersehen. Auch eine Bordsteinkante vor der Kehrtwende unterstreicht das vermeintliche Durchfahrtsverbot optisch.

Michael Weber berichtet, der Ortsbeirat habe die Stadt bereits gebeten, die gesamte Planung rund um die Alte Gasse zu überdenken. Er sieht die Sanierung der Großen Friedberger Straße, die vom Kreisel Richtung Zeil abzweigt, als positives Vorbild. Dort wurden auf einer Seite des breiten Bürgersteigs Bäume gepflanzt, auf der anderen Seite gibt es Parkbuchten. Neben der Verkehrsproblematik finden Anwohner und Einzelhändler, dass ihr Quartier insgesamt schöner werden soll. Sie wünschen sich mehr Grün, öffentliche Toiletten, Sitzgelegenheiten und mehr Mülleimer.

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