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IGS Nordend Die Weltverbesserer

Schüler beschäftigen sich auf einem Kongress an der IGS Nordend damit, wie jeder selbst die Welt ein kleines bisschen besser machen kann.

E rst melden sie sich zögerlich, doch dann gehen immer mehr Arme in der Aula der IGS Nordend nach oben. „Wer möchte Weltverbesserer werden“, hatte Michael Wunsch von der Cool Ideas Society zuvor die Schüler gefragt. Und während seines Vortrags beim ersten bundesweiten Schülerkongress der Changemaker-Schulen am Donnerstag gibt er dann allen mit: „Ihr braucht Schneid dafür – und der besteht aus Ausdauer und Leidenschaft.“

Rund 140 Changemaker-Schulen gibt es weltweit, drei davon sind in Deutschland: in Berlin, in Potsdam und in Frankfurt die IGS Nordend. Sie sind ins Netzwerk der Organisation Ashoka aufgenommen, das Sozialunternehmer unterstützt und Schulen zusammenbringt, in denen Schüler selbstbestimmt lernen können – und so erfahren, dass sie auf der Welt etwas zum Positiven verändern, ein Changemaker sein können.

Beim Schülerkongress kommen nun erstmals die drei deutschen Schulen zusammen. Es gibt Workshops, in denen Schüler zu Themen wie etwa Umweltverschmutzung, Rassismus oder Sexismus erarbeiten, wie sie selbst aktiv werden können. „In der Schule neigen wir dazu, viel zu reden“, sagt Schulleiter Uwe Gehrmann. „Dabei vergessen wir oft das Machen.“ Das soll beim Kongress anders sein. Die Schüler haben ihn zum Teil selbst organisiert, die Themen gesetzt. „Er kann ein Anstoß sein, etwas zu tun“, sagt Heinrich. Und Anais findet, dass viele Schüler Themen wie Umwelt wichtig finden, „aber denken, sie alleine können nichts bewirken“.

Dass man selbst etwas verändern kann, darum geht es genau im Workshop „Von der Idee zum sozialen Projekt“. Die Schüler reflektieren, was sie in der Gesellschaft beschäftigt. Themen von Homophobie bis zur Massentierhaltung kommen zusammen. Schließlich konzentrieren sie sich auf Rassismus, Umwelt und Flüchtlinge. Am Ende beschließen sie unter anderem, Sponsoren zu suchen, die Jutebeutel finanzieren. Die Beutel wollen sie mit aufklärenden Sprüchen über Plastikverschwendung bedrucken und vor Läden verteilen.

Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ist zum Kongress gekommen. Er ermuntert die Schüler, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. „Dafür seid ihr in der richtigen Stadt“, sagt er und erinnert an Frankfurt als die Wiege der Demokratie, an die Studenten-Aufstände in den 1970ern. „Die Frankfurter waren schon immer ein bisschen renitenter und aufmüpfiger.“

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