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Günthersburgpark in Frankfurt Bohrungen in Nordendgärten

Die Bürgerinitiative „Grüne Lunge am Günthersburgpark“ schlägt Alarm. Die Stadt Frankfurt lasse bei Bohrungen Schneisen schlagen. Im Areal sollen einmal etwa 1400 Wohnungen entstehen.

Stadtentwicklung in Frankfurt
Die Schrebergärten am Günthersburgpark. Foto: peter-juelich.com

Die Bürgeriniaitive „Grüne Lunge am Günthersburgpark“ kritisiert Bohrungen, die die Stadt im Gebiet der geplanten „Günthersburghöfe“, eines neuen Wohngebiets im Nordend, vornehmen lässt. Mit dem Bohrturm würden Schneisen in die „Grüne Lunge“ geschlagen, Bäume angesägt, Zäune umgelegt, Tore zerstört, klagt der Sprecher der Initiative, Peter Beckmann. Das Vorgehen der Stadt sei durch keinen gültigen Beschluss des Stadtparlament gedeckt. Einen gültigen Bebauungsplan gebe es schließlich nicht.

Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie notwendig es ist, das Grün im Viertel und Frischluftschneisen zu erhalten. Die Dürre sei unübersehbar gewesen. In Frankfurt aber betreibe der Magistrat einen „stadtklimatischen Amoklauf“. Der Bau eines 16-geschossigen Hochhauses an der Friedberger Landstraße etwa werde die Belüftung der Innenstadt einschränken. Die Initiative fordert die Stadt auf, die Bohrungen sofort zu beenden und die „Grüne Lunge“ zu erhalten. Sie diene nicht zuletzt der Lufthygiene.

Boden wird untersucht

Im städtischen Planungsdezernat weist man die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Die Probebohrungen seien nötig, um die Bodenbeschaffenheit, die Gründungsfähigkeit und die Versickerungsfähigkeit des Untergrunds zu untersuchen, sagt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Sie seien im Oktober begonnen, dann aber unterbrochen worden, weil noch nicht alle Nutzer der Gärten über die Arbeiten informiert waren.

Bei den Bohrungen handele es sich um ganz normale Untersuchungen im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens, das vor knapp zwei Jahren mit dem vom Stadtparlament gefassten Aufstellungsbeschluss begann. In dem Gebiet sollen etwa 1400 Wohnungen entstehen können. Als Grundlage für die Arbeit am Bebauungsplan gilt der Siegerentwurf eines städtebaulichen Wettbewerbs. Er sieht sechs Höfe und ein Hochhaus vor. Die Bebauung soll dicht sein, damit viel Grün erhalten bleibt.

Die Stadt plane – anders als von Beckmann behauptet – nicht, Tausende Bäume zu vernichten, sagt Gellert. Man versuche auch bei den Bohrungen den Eingriff so gering wie möglich zu halten. Zäune und Pfosten würden wieder aufgebaut.

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