Lade Inhalte...

Geplanter Tunnel Rodungen am Riederwald unter Protest

Mit einer Mahnwache protestieren Menschen im Riederwald gegen das Fällen von Bäumen für den geplanten Riederwaldtunnel.

Riederwald
Mahnwache gegen die Rodung von Bäumen im Riederwald. Foto: Peter Jülich

Stoßstange an Stoßstange fahren die Autos am Dienstagmorgen über die Straße „Am Erlenbruch“, die von Rosskastanien und Roteichen gesäumt ist. Zwei dieser Bäume im Stadtteil Riederwald sind von Bauzäunen umringt. Motorsägen surren und zerteilen beide Bäume – Ast für Ast, Baumscheibe für Baumscheibe.

Es sind die ersten von 17 Bäumen, die Hessen Mobil in diesem Winter für den Riederwaldtunnel fällen lässt. Der Tunnel ist eine Verlängerung der Autobahn A66, die von 2020 bis 2027 mit der A661 verbunden werden soll.

Weitere Bäume, die in diesem Winter für den Tunnelbau weichen sollen, stehen an der Gustav-Behringer-Straße, neben dem Betriebsgelände der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), sowie an der Borsigallee nahe der Station Gwinnerstraße. Auch Gehölz wird gerodet.

Am Erlenbruch haben sich am Dienstagmorgen ein Dutzend Menschen zu einer Mahnwache zusammengefunden. Sie unterstützen die Aktion der Bürgerinitiative Riederwald, die sich gegen den Tunnel in seiner geplanten Form engagiert. Eine Schulklasse der Pestalozzischule kommt dazu. Plakate sind zu sehen, Parolen zu hören. Die Polizei hält die Autos an, damit die Schüler über die Straße laufen können.

Aus Sicht der Bürgerinitiative werden die Bäumfällungen „völlig überhastet“ vorgenommen. Es gebe Einwände gegen die Planänderung für den Tunnelbau, es gebe Klagen gegen den Autobahnausbau, niemand wisse, wann der Tunnel gebaut werden kann, sagte der Sprecher Rainer Frey. Er fordert einen besseren Schutz für den Stadtteil, während und nach der Bauzeit – höhere Lärmschutzwände, Schadstofffilter im Tunnel, eine komplette Einhausung der Autobahnen A66 und A661.

Friedhelm Ardelt-Theeck vom „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ rechnet damit, dass die Zahl der Autos und Lastwagen auf den ausgebauten Autobahnen beträchtlich zunehmen wird. Die A661, die derzeit vier Fahrspuren hat, sei gar nicht in der Lage, den zusätzlichen Verkehr von der A66 aufzunehmen. Die Fällungen führten zu einem „kahlen Riederwald“, sagt er.

Die hessische Straßenbaubehörde Hessen Mobil beruft sich auf die Rechtmäßigkeit der Rodungen. Sie seien durch einen Planfeststellungsbeschluss aus dem Jahr 2007 gedeckt. Gefällt werde, um Flächen für Leitungsbrücken freizumachen, die Leitungen für Strom, Wasser und Gas enthalten sollen.

Dass die Bürger die gefällten Bäume „als Verlust“ betrachtete, könne er nachvollziehen, teilte der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) mit. Er verwies darauf, dass auch neue Bäume gepflanzt worden seien, insgesamt 30 nahe der „Fledermausleitstruktur am Erlenbruch“ im Dezember. Am Schwanheimer Ufer bei Griesheim entstünde „ein neuer Wald“ auf rund 40.000 Quadratmetern als Ausgleich für die Rodungen für den Tunnel im Riederwald. Im nächsten Winter wird Hessen Mobil weitere 27 Bäume im Stadtteil fällen.

Pläne zu den Fällungen auf: www.riederwaldtunnel.de

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum