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Gastronomie in Frankfurt Ratskeller öffnet im September

Schon vor dem offiziellen Start im Bornheimer Ratskeller erntet Gastronom Mario Furlanello viel Lob, aber auch Tadel.

Gastronomie in Bornheim
Besucher können bereits seit der WM im Biergarten des Lokals Platz nehmen. Foto: Michael Schick

Im Bornheimer Ratskeller hat der Endspurt begonnen. Am Samstag, 1. September, soll das Lokal am Bornheimer Hang nach sechsjähriger Pause endlich wieder offiziell seine Pforten öffnen – mit einem Tag der offenen Tür. Derzeit laufen die letzten Arbeiten an dem denkmalgeschützten Ensemble an der Kettelerallee, das bereits Ende des 18. Jahrhunderts ein beliebtes Ausflugsziel der Bornheimer war. 

Im Biergarten können Gäste bereits seit Mitte Juni sitzen. Betreiber Mario Furlanello wollte mit seinem Restaurant „langsam Fahrt aufnehmen“, wie er sagt. Seine erste Bewährungsprobe hatte sein Team am 15. Juli. Zum Finale der Fußballweltmeisterschaft warteten eine Stunde vor Öffnung des Lokals rund 100 Sportbegeisterte vor dem Tor, um das Spiel auf der großen Leinwand zu verfolgen. 

Auf der Speisekarte gab es passend zum Spiel wahlweise Bœuf Bourguignon oder Cevapcici, also ein französisches und ein kroatisches Gericht. Noch vor Anpfiff habe er um Geduld gebeten, sagt Furlanello. 

Und obwohl Gäste warten mussten, habe er an diesem Tag viel Lob erhalten. „Manche Besucher haben sogar angeboten, mitzuhelfen.“ Doch habe es nicht am Personal gelegen, das manche auf ihr Bier etwas länger warten mussten. „Wir konnten einfach nicht schneller zapfen.“ 
Allerdings hat der Ratskeller nicht nur Zuspruch erfahren. Mehrfach hätten sich bereits Anwohner beklagt, es wäre zu laut. Furlanello hat die Besucher deshalb während der WM-Übertragungen über den neuen Eingang am Bornheimer Hang eingelassen. Auch habe er den Ton heruntergedreht. 150 Tische hatte er im Biergarten aufgebaut – 800 Gäste dürfe er dort bewirten. 

Um sich bei den Nachbarn für die Beeinträchtigungen während der Bauzeit zu entschuldigen, hat er sie noch vor Eröffnung in den Ratskeller eingeladen. Alle anderen Bornheimer müssen bis Anfang September warten. Dann möchte Mario Furlanello zeigen, was er und sein Team seit 2013 geleistet haben. Besucher können sich den neuen Gastraum anschauen, in dem derzeit die letzten Lampen montiert werden, und einen Blick in die offene Küche werfen. 

Im Obergeschoss, das die neuen Eigentümer entsprechend der historischen Vorlage rekonstruiert haben, sollen bis dahin die beiden Veranstaltungsräume fertiggestellt werden. Auch die eigene Metzgerei, in der Furlanello ganze Schweinehälften für Speisen im Lokal verarbeitet, will er am Tag der offenen Tür zugänglich machen. Im Biergarten sollen sich unter den großen Kastanien die Lieferanten des Ratskellers vorstellen. 

Furlanello versteht sein Lokal als gastronomischen Handwerksbetrieb. Statt im Großmarkt Tiefkühlwaren zu kaufen, stellt er das meiste eigenständig her. Etwa die Lyoner für Wurstsalat, Fonds aus Knochen, Presskopf, Soßen, Speiseeis und Rote Grütze. Aus der nächsten Schweinehälfte wolle er Schinken machen. Und sobald der Räucherschrank angeschlossen ist, möchte Furlanello eigenen Speck zubereiten – der dann etwa in einer Carbonara landet. 

 

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