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Gastronomie in Frankfurt Kampf um „Sonne“ geht weiter

Politiker in Frankfurt wollen den Umbau der Traditionsgaststätte „Zur Sonne“ in Bornheim verhindern, falls das Areal verkauft wird. Mittlerweile haben 4000 Menschen eine Petition unterschrieben.

Gastronomie in Frankfurt
Das historische Gasthaus Zur Sonne an der Berger Straße in Bornheim steht zum Verkauf. Foto: Christoph Boeckheler

Für den Erhalt der Gaststätte Zur Sonne an der Berger Straße spricht sich auch der Ortsbeirat 4 aus. In einem gemeinsamen Antrag von sechs Fraktionen fordert das Stadtteilgremium den Magistrat auf, darauf hinzuwirken, dass in dem Lokal weiterhin Innen- und größere Außengastronomie stattfinden kann. Über die Vorlage berät das Gremium in seiner Sitzung am kommenden Dienstag.

Die Eigentümer möchten die 240 Jahre alte Traditionsgaststätte verkaufen (die FR berichtete). Ein Maklerbüro bietet das unter Denkmalschutz stehende Ensemble für 2,5 Millionen Euro im Internet an. Im Exposé wird darauf hingewiesen, dass es denkbar ist, die gastronomischen Flächen und Nebengebäude zu Wohnraum umzubauen. Auch der große Biergarten könnte neu bebaut werden.

Das möchte die Mehrheit im Ortsbeirat verhindern. Die Sonne sei „das letzte verbliebene Beispiel der früher in Bornheim vielfach anzutreffenden und typischen Kombination von Gaststätte und großem Wirtshausgarten“, heißt es in der Begründung. Sie habe in den vergangenen Jahren großen Zuspruch von Gästen gefunden und sei „in ihrer Art identitätsbildend“ für den Stadtteil.

Der Ortsbeirat teilt damit den Wunsch vieler Bürger. Knapp 4000 von ihnen haben eine Online-Petition unterschrieben, die sich für den Erhalt der Sonne ausspricht. Eebenso wie OB Peter Feldmann (SPD). Die SPD im Ortsbeirat bringt einen weiteren Antrag in der kommenden Sitzung ein. Darin fordern sie den Magistrat auf, dafür Sorge zu tragen, dass die Sonne nicht abgerissen wird.

Laut Planungsdezernat wird es dazu „sowieso nicht“ kommen. Das Lokal sei einerseits denkmalgeschützt, auch gebe es für das Quartier eine Erhaltungssatzung. Bauliche Vorhaben müssten mit der Denkmalbehörde abgesprochen werden, sagt Sprecher Mark Gellert. In dieser Hinsicht habe die Stadt „sehr gute Handlungsmöglichkeiten“.

Weniger Einfluss habe die Kommune auf die künftige Nutzung des Gasthauses. Das Planungsdezernat wolle sich dennoch dafür einsetzen, dass die Gastronomie und der Sommergarten erhalten bleibt, sagt Gellert. Denkbar sei bei Bauberatungsgesprächen auf Investoren einzuwirken. Den Hof zu bebauen sieht Gellert kritisch, da eine Erweiterung voraussichtlich das denkmalgeschützte Gebäude beeinträchtige.

Dass die Stadt die Sonne kauft, schließt Gellert aus. Für die Immobilie gebe es keine rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Vorkaufsrecht. Auch sei es nicht Aufgabe der Stadt „und nicht im Sinne der öffentlichen Daseinsvorsorge“. Anders sei dies bei Projekten, bei denen eine Schule oder Kita geplant sei.

Die Eigentümer der Gaststätte Zur Sonne wollten sich erneut nicht zum Verkauf äußern.

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