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Frankfurt Sich einmal durch Bornheim futtern

Eat the World - die kulinarische Tour führt die Teilnehmer zu Restaurants, Imbissen und Weinstuben in Frankfurt-Bornheim. Zwischen vielen Kostproben erfahren sie dabei auch einiges über das „Lustige Dorf“ von Frankfurt.

Kulinarische Führung
Fässer und Flaschen: der Weinkeller vom Wein Dünker in der Berger Straße. Foto: Michael Schick

Käse aus dem Allgäu, Macarons nach französischer Rezeptur oder tschechisches Gulasch – wer Bornheim von seiner kulinarisch vielschichtigen Seite kennenlernen möchte und dabei etwas über die 2000-jährige Geschichte des Viertels erfahren möchte, der kommt bei einer „Eat the World“-Tour auf seine Kosten. Sieben gastronomische Betriebe sind die Stationen des Rundgangs.

Startpunkt für die dreistündige Verkostungstour ist der Günthersburgpark. „Noch befinden wir uns am äußersten Zipfel des Nordends“, sagt Guide Christiane Boehm-Kochanski. Die zwölf Teilnehmer, die sich um sie versammeln, erfahren darüber hinaus, dass die Parkanlage 1837 von der Bankiersfamilie Rothschild angelegt wurde. Heute ist sie für die Bornheimer und Nordendler ein wichtiges Naherholungsgebiet – und einmal im Jahr mit dem beliebten Stoffel-Festival gleichsam kultureller Hotspot.

Vom Park geht es auf die Allee Im Prüfling. Boehm-Kochanski erzählt, dass Bornheim einer der beliebtesten Stadtteile Frankfurts sei: „Wer einmal hergezogen ist, der bleibt.“ Ein gutes Beispiel dafür ist Stephanie Lebert, die seit 15 Jahren im Viertel lebt. Gemeinsam mit ihrem Mann möchte sie Bornheim heute von einer anderen Seite entdecken. „Wir haben hier unsere Stammlokale. Nun möchten wir uns neue Anregungen holen“, verrät die 45-Jährige.

Tatsächlich kämen die meisten Teilnehmer der kulinarischen Stadtteilführungen direkt aus Frankfurt oder dem Rhein-Main-Gebiet, bestätigt die Tourleiterin. „Touristen sind die Ausnahme.“ Wir stehen jetzt vor der ersten Gaststätte der sieben kulinarische Stationen umfassenden Route. Die „Prager Botschaft“ Im Prüfling 28 gehört zu den Neuzugängen im Stadtteil. Seit zwei Jahren werden hier traditionelle tschechische Gerichte kredenzt. Heute gibt es Gulasch im ausgehöhlten Zwiebellaib.

„Schmeckt super. Gut gewürzt“, lobt Karin Mühlbeyer aus Oberursel. Die Seniorin kommt oft nach Bornheim. Auch sie möchte den Stadtteil einmal abseits der ausgetretenen Touristenpfade kennenlernen. Nach einer kurzen Verdauungspause geht es weiter über die Gronauer Straße nach Alt-Bornheim auf die vier Kilometer lange Berger Straße; „wo alles ein bisschen höher ist“, sagt Boehm-Kochanski, „die Hausnummern, die Originalität und der Spaß“.

Sie spielt damit auf den Beinamen Bornheims an. Der Stadtteil wird schon seit dem Mittelalter weit über die Stadtgrenze hinaus als das „lustige Dorf“ bezeichnet. Damals wegen der vielen Apfelweinlokale, aber auch wegen der dort verbreiteten Prostitution. „Die Wirtschaft ‚Zur Sonne‘ war diesbezüglich zentrale Anlaufstelle“, erklärt unser Guide. Der bevorstehende Verkauf des ältesten und traditionsreichsten Bornheimer Wirtshauses erregt zurzeit die Gemüter über Bornheim hinaus.

Unweit entfernt liegt eine weitere Institution: „Wein Dünker“. 1948 erst als Weinhandlung eröffnet, bot Familie Dünker später im urigen Weinkeller der Hausnummer 265 kleine Speisen wie belegte Brote oder Käse- und Wurstplatten an. Spezialitäten sind beispielsweise das Südtiroler Schüttelbrot und der Schönegger Käse aus dem Allgäu, die man sich zu einem der 80 Weine aus dem Ausschank schmecken lassen kann.

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