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Frankfurt-Seckbach Schutz vor Überschwemmung

Frankfurt will am Kleingartenbauverein Nord-Ost in Seckbach einen Wall errichten. Dafür benötigt die Stadt einen Teil der Parzellen.

Kleingartenbauverein Nord-Ost
Sobald es regnet, stehen die Kleingärten in Seckbach unter Wasser. Foto: Peter Jülich

Sobald es stärker regnet, stehen zahlreiche Gärten an der Zeuläckerstraße unter Wasser. Seit Jahren schon klagen vor allem Anwohner und Kleingärtner darüber, dass ihre Tomaten und Salate regelmäßig ertrinken. Die Stadtentwässerung möchte jetzt mit einem Wall entlang des Riedgrabens für Abhilfe sorgen.

Teile des Areals zwischen der Straße und dem Graben lägen in einer Senke, erklärt Stefanie Toth von der Stadtentwässerung. „Das ist wie eine Badewanne.“ Sammle sich dort Wasser an, dauere es meist lange, bis es wieder abgeflossen oder versickert ist. Der Riedgraben habe so gut wie kein Gefälle. Auch sei der Boden gesättigt, das Grundwasser stehe hoch.

Der Wall, den die Behörde aufschütten möchte, soll den Bach zurückhalten. Damit hingegen Wasser von den Gärten in den Graben abfließen kann, sollen Rohre mit Rückklappen eingebaut werden. Probeweise sei zunächst ein Wall am Graben zwischen der Straße Im Trieb und der Verlängerung der Altebornstraße geplant, so Toth. Frühestens im Herbst könne mit dem Bau begonnen werden. Bewähre er sich, werde auch der restliche Abschnitt bis zur Autobahnunterführung angegangen. „Wir versprechen uns einiges davon.“

Für den Wall benötigt die Stadt jedoch zusätzliche Flächen. Zwischen zwei und fünf Meter vom Riedgraben aus seien erforderlich. Dann könnte auch der Bachlauf verbreitet und künftig besser gereinigt werden, so Stefanie Toth. Ein Teil der Flächen müssten Mitglieder des Kleingartenvereins Nord-Ost abtreten, die dort Gurken, Zucchini und Blumen gepflanzt haben. In den kommenden Wochen soll es ein Treffen mit dem Verein vor Ort geben, kündigt Toth an.

Kleingärtner leiden unter Überschwemmungen 

Die stellvertretende Vorsitzende des Kleingartenvereins Renate Erb begrüßt den Vorstoß der Stadt. „Ich hoffe, dass es dann endlich besser wird.“ Seit Jahren litten viele Mitglieder unter den Überschwemmung. Viele hätten ihre Hütten auf Stelzen gestellt. Neue Pächter weise sie darauf hin, dass es in Teilen der zehn Anlagen Probleme mit Wasser gibt. Doch nicht alle im Verein teilten ihre Ansicht. Vor allem die Hobbygärtner, die für das Vorhaben auf einen Teil ihrer Parzellen verzichten müssten, sträubten sich. Nachvollziehbar, findet Erb: „Die haben dort viel Zeit und Arbeit in ihre Gärten investiert.“

Doch alternative Lösungen gebe es nicht, sagt Toth. Die Stadtentwässerung könne dort kein Regenrückhaltebecken oder eine Flutmulde bauen: Dafür fehle der Kommune ein passendes Gelände. Allenfalls ergänzende Maßnahmen sieht Toth. So hat sich die Stadt mit der Straßenbehörde Hessen Mobil in Verbindung gesetzt. Diese unterhält unter der A661 ein Regenüberlaufbecken, in das das Wasser von der Autobahn fließt, bevor es in der Kanalisation landet. Der Notüberlauf mündet in den Riedgraben. In der Vergangenheit sei aus diesem Becken viel Wasser in den Bach geflossen, so Toth. Dadurch staue sich das Wasser im Riedgraben zurück.

Hessen Mobil hat das Becken und dessen Zuläufe inzwischen untersucht, sagt Behördenmitarbeiter Alexander Link. Dabei seien mehrere illegale Anschlüsse entdeckt worden, durch die zusätzliches Grundwasser von Gärten unterhalb der Seckbacher Landstraße in das Becken gelangten. Hessen Mobil wolle jetzt gemeinsam mit der Stadtentwässerung klären, wer dafür verantwortlich ist, sagt Link. Ohne die nicht genehmigten Anschlüsse sei das Regenüberlaufbecken ausreichend groß bemessen. Zudem werde noch der Ablauf des Beckens überarbeiten.

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