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Frankfurt-Seckbach Auf der Jagd nach Rasern

Eine Aktionsgruppe misst gemeinsam mit dem Verkehrsclub die Geschwindigkeiten auf der vielbefahreren Wilhelmshöher Straße. Die Anwohner wollen Daten sammeln, um sie der Stadt vorzulegen.

Frankfurt-Seckbach
Mit diesem Gerät kann von der Aktionsgruppe „Verkehrsberuhigung Wilhelmshöher“ jedes Auto erfasst werden. Foto: peter-juelich.com

Der blaue Sprinter nähert sich mit hohem Tempo. Heiko Nickel schaut auf das Geschwindigkeitsmessgerät, das vor dem Hufeland-Haus platziert ist. „50 – viel zu schnell“, sagt das Mitglied der Aktionsgruppe „Verkehrsberuhigung Wilhelmshöher“. Der vierjährige Rasmus hält daraufhin ein Schild hoch: Darauf zu sehen ist ein roter Daumen, der nach unten zeigt.

Bei strömendem Regen hat die Aktionsgruppe am Dienstagnachmittag den Verkehr auf der vielbefahrenen Durchgangsstraße gemessen. Unterstützt wurde sie vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), der eine Laserpistole bereit gestellt hat. „Wir wollen belegen, dass die Wilhelmshöher leider auch als Rennstrecke genutzt wird“, sagt die Sprecherin der Anwohnergruppe, Bonny Fischer.

Die Wilhelmshöher Straße zieht sich von der Heinz-Herbert-Karry-Straße im Westen bis zur Vilbeler Landstraße im Osten. Die Anwohner ärgern sich über Busse, die eigenen Angaben zufolge auf den Bürgersteig ausweichen und damit Kinder gefährden. Und über Lastwagen, die viel zu schnell und unerlaubt durch den Ortskern donnern.

Seit Jahren setzen sich die Bürger für eine Verkehrsberuhigung ein. Vergeblich. Auch das jüngste Gespräch mit dem neuen Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) brachte keinen durchschlagenden Erfolg. Er habe gesagt, dass seine Möglichkeiten begrenzt seien, so Fischer.

Deshalb ergreift die Aktionsgruppe jetzt die Initiative. Der Kontakt zum VCD kam zufällig zustande. Den Landesvorsitzenden Mathias Biemann, der bei der Messaktion dabei war, hat Fischer in einer Radiosendung kennengelernt. Die Verkehrslobby war von der Aktionsgruppe angetan – und bot an, das Messgerät zur Verfügung zu stellen.

„Das Gerät ist hochpräzise und wird auch von der österreichischen Polizei genutzt“, sagt Biemann. Der VCD führt regelmäßig Messungen mit Bürgerinitiativen durch, die sich gegen den Verkehr zur Wehr setzen wollen. „Dabei handelt es sich um eine anonymes Verfahren, das gesetzlich nicht wirksam ist.“

Wie die FR berichtete, hatte sich die Aktionsgruppe „Verkehrsberuhigung Wilhelmshöher“ im Januar im Stadtteil vorgestellt. 100 Haushalte sind inzwischen im E-Mail-Verteiler. Zusätzliche Teilnehmer sind erwünscht: „Wir wollen wachsen.“

Die Messaktion am Dienstag soll nur der Auftakt gewesen sein: Im April will die Aktionsgruppe auf der Wilhelmshöher Straße Autos, Busse und Lastwagen zählen. „Wir möchten die Verkehrszahlen, die uns die Stadt zur Verfügung gestellt hat, analysieren“, erklärt Fischer.

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