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Frankfurt-Ostend Zeit für Gespräche auf der Straße

Frankfurts erste Schutzfrau vor Ort will mindestens zwei Mal die Woche durch ihr Revier gehen.

Daniela Poloczek
Die 45-jährige Polizeioberkommissarin freut sich auf den direkten Kontakt mit den Bürgern in Bornheim und im Ostend. Foto: Peter Jülich

Mit einem offenen, freundlichen Blick und einem Lächeln begegnet Daniela Poloczek ihrem Gegenüber. Seit einigen Tagen ist die 45-jährige Polizeioberkommissarin und Mutter eines Sohnes in ihrem neuen Amt als Frankfurts erste Schutzfrau vor Ort. Der Wirbel um ihre Person ist ihr unangenehm. 

Dazu erzogen, ihre Pflicht zu erfüllen, will sie sich nur auf ihre neue Aufgabe konzentrieren. Auch kann sie keinen Unterschied zu ihren männlichen Kollegen erkennen, denn das Geschlecht ist für sie nicht maßgeblich. Vielmehr sieht sie in ihrer Lebens- und Diensterfahrung eine wichtige Grundlage für ihren neuen Job. Damit lerne man, die Menschen „zu lesen“, wie sie es nennt. Leicht macht sie es sich jedoch nicht. Es sei schon eine große Aufgabe, sie müsse sich da erst einfühlen. 

Daniela Poloczek, die mit ihrer Familie in Frankfurt lebt, arbeitet seit 2015 im 5. Revier in der Ferdinand-Happ-Straße und fühlt sich dort sehr wohl. In ihrem Büro hängen Bilder in leuchtenden Farben – von ihr selbst gemalt. Auch schaut sie gerne Tier- und Naturdokumentationen an, die sie – und da wird sie ernst – für den menschlichen Fußabdruck auf der Erde sensibilisiert haben. Weshalb sie lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt und in ihrem neuen Job auf den Dienstwagen verzichten will. 

Bisher war Polizeioberkommissarin Poloczek in der Sachbearbeitung mit dem Schwerpunkt häusliche Gewalt und Stalking tätig. Mit den Menschen auf der Straße hatte sie dabei wenig Kontakt. 

Mit strahlenden Augen gesteht sie, dass sie sich darauf besonders freue. Mindestens zwei bis drei Mal pro Woche will sie durch ihr Revier Bornheim-Ost/Ostend „schlendern“, erzählt Daniela Poloczek und lacht. Soll heißen, dass sie sich Zeit nimmt und Zeit hat, durch Zuhören den Bedürfnissen der Bürger näher zu kommen. Den Sachverhalt bei der Polizei kenne sie, bei ihrer neuen Aufgabe stehe für sie der Blickwinkel der Bürger im Vordergrund. Dazu gehöre auch, den Informations- und Präventionsbedarf wahrzunehmen und als Mittlerin zwischen Polizei und Bürgern den notwendigen Kontakt herzustellen. 

In normaler Polizeiuniform – inklusive Funkgerät und Waffe – wird sie ihre Reviergänge absolvieren. Dabei sucht sie vor allem das Gespräch. Wie man in den Wald rein rufe, so schalle es heraus, ist ihre Devise. Bürger, die ein Anliegen haben, zählen ebenso dazu wie der Falschparker, den sie auf sein Verhalten aufmerksam macht. 

Wenn sie in den nächsten Wochen auf „Tournee“ geht, wie sie lachend sagt, dann sucht sie nicht nur den Kontakt zu den Menschen vor Ort. Sie will sich auch in Kindergärten und bei Vereinen vorstellen und vor allem mit dem Ortsvorsteher treffen. Als erste feste Kontaktstelle in Bornheim- Ost/Ostend will sie eine regelmäßige Sprechstunde im August-Stunz-Zentrum am Röderbergweg einrichten, weitere Anlaufstellen mit festen Sprechzeiten sollen folgen. 

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