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Frankfurt-Nordend Krippe muss nach Zwangsversteigerung weichen

Die elf Kinder der Kita „Sieben Zwerge“ müssen umziehen - ihr Gebäude an der Neuhofstraße wurde zwangsversteigert. Der neue Eigentümer plant eine Kernsanierung.

Kindergarten
Der Kindergarten Sieben Zwerge im Nordend muss umziehen (Symbolbild). Foto: imago

Anderthalb Jahre alt ist der Sohn von Julia Kitzinger, gerade wurde er in der Kita Sieben Zwerge an der Neuhofstraße eingewöhnt. Er fühlt sich wohl dort. Nun muss er umziehen, sich an neue Kinder und neue Erzieher gewöhnen, wird aus dem ihm bekannten Umfeld herausgerissen. „Und ich kann sechs Wochen nicht arbeiten, weil ich bei der Eingewöhnung dabei sein muss“, sagt Kitzinger.

Das Gebäude an der Neuhofstraße an der Ecke zur Lenaustraße wurde im vergangenen Jahr zwangsversteigert. Die neue Eigentümerin, die „nbii GmbH“, will das Haus kernsanieren und hat dafür im Dezember den Mietvertrag mit der Kita zu Ende Juni gekündigt. Dann sollen die elf Kinder mitsamt ihrer beiden Betreuerinnen, den zwei Haushaltskräften, der studentischen Hilfskraft und der Praktikantin ausziehen.

Andere Mieter werden zwar ebenfalls von den Bauarbeiten betroffen sein, „aber wir haben keine Kündigungen ausgesprochen“, sagt Miriam Bardowicks von nbii der FR. „Die Sicherheit der Kinder wäre nicht zu gewährleisten“, sagt Bardowicks. So werden im Garten etwa ein Baukran und ein Bauaufzug aufgestellt werden, im Erdgeschoss müsse Baumaterial gelagert werden.

„Wir haben vor zwei Wochen auf einem Elternabend davon erfahren“, sagt Kitzinger. Die Eltern würden die Arbeit der Kita, die seit 18 Jahren dort besteht, sehr schätzen, „die Mitarbeiter sind sehr engagiert und machen da eine ganz tolle Arbeit“, sagt sie. Sie schätzt vor allem den familiären Rahmen, den die kleine Einrichtung in Trägerschaft der BVZ bietet.

„So eine kleine Kita gibt es selten. Wir sind sehr individuell und können flexibel auf die Kinder eingehen“, sagt Einrichtungsleiterin Mounia Bouyardane. „Wir können dadurch enge Beziehungen aufbauen die Atmosphäre ist sehr ruhig.“ Für alle Beteiligten sei die Situation schwierig und seltsam. „Wir waren erst einmal geschockt und realisieren es erst langsam.“

Was mit dem Team passiere, sei noch unklar, sagt die Leiterin. „Für das Team gibt es die Möglichkeit in einer anderen Einrichtung zusammen zu arbeiten“, sagt ein Sprecher von BVZ. Die Kinder indes sollen in die Krabbelstube Lenau und Lortz in die Lenaustraße umziehen. Dort sind allerdings schon 60 Kinder zwischen ein und drei Jahren untergebracht. „Es ist zwar gut, dass es eine Lösung gibt, aber wir würden so gerne mit allen Kindern und dem Team zusammen bleiben“, sagt Kitzinger.

Hoffnung besteht indes, wenigstens bis Herbst in den jetzigen Räumen zu bleiben. Dann würden sechs der elf Kinder aus Altersgründen ohnehin die Einrichtung verlassen müssen und in einen Kindergarten kommen. Sie müssten sich dann nicht für ein paar Wochen umgewöhnen. „Wir haben das der BVZ mündlich zugesichert“, sagt Bardowicks, „wir haben uns auf einen Auszug bis zum 31. Oktober geeinigt.“ Die BVZ bestätigt das.

Wann die Sanierung beginnen soll, ist unklar. Laut dem Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, liegt aktuell noch kein Bauantrag vor. Eine Nutzungsänderung von der Kita hin zum Wohnen müsste bei der Bauaufsicht beantragt werden, würde aber wohl genehmigt. nbii will auch den Dachstuhl ausbauen. Dort, sowie auf dem Gelände der Kita, sollen zusätzliche Wohnungen entstehen. „Aktuell befindet sich der Altbau im Sanierungsstau. Einige Maßnahmen sind dringend notwendig“, sagt Bardowicks. Da nbii auf Wohnung spezialisiert sei, sei keine Kita vorgesehen.

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