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Frankfurt-Nordend Keine weitere Hundewiesen

Eine Mehrheit im Ortsbeirat 3 lehnt es ab, zusätzliche Auslaufflächen zum Gassigehen zu schaffen. Wer seinen Vierbeiner laufen lassen möchte, kann dies nur im nördlichsten Zipfel des Günthersburgparks.

Kastanienallee
Die Kastanienallee am Holzhausenpark wird nach dem Willen des Ortsbeirats 3 vorerst nicht für Hundebesitzer freigegeben. Foto: Boeckheler

Man hat es nicht leicht als Hundebesitzer im Nordend. Im dichtbesiedelten Stadtgebiet gibt es nur wenige Grünflächen zum Gassigehen, und den Vierbeiner von der Leine zu lassen ist einzig auf der kleinen Hundewiese am nördlichen Zipfel des Günthersburgparks erlaubt.

Viele Hundebesitzer, die etwa im westlichen oder südlichen Teil des Stadtteils wohnen, haben aber morgens vor der Arbeit keine Zeit, mit ihrem Haustier den weiten Fußmarsch bis zum Günthersburgpark anzutreten. Ändern wird sich an der Situation vorerst nichts. Der Ortsbeirat 3 debattierte nun über den Wunsch vieler Hundebesitzer nach zusätzlichen Auslaufflächen. Die Mehrheit votierte jedoch dagegen, das Thema weiter zu verfolgen.

Die FDP-Fraktion im Stadtteilgremium hatte angeregt, nach weiteren geeigneten Grundstücken zu fahnden, auf denen Hunde frei herumlaufen können. Unterstützung gab es auch von SPD-Fraktions-Chef Rüdiger Koch. Er halte das „für ausgesprochen sinnvoll“. Weise man keine Flächen explizit für Hunde aus, werde „überall frei herumgelaufen, und dann machen sie Angst und Schmutz“.

Angeregt worden war die Diskussion von einer Gruppe von Hundebesitzern, die den Ortsbeirat im Mai um weitere Flächen im Nordend gebeten hatten, auf denen sie ihre Hunde frei laufen lassen können. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt konnte sich nicht damit anfreunden, den Hundebesitzern ein exklusives Nutzungsrecht für weitere Orte einzuräumen. „In Frankfurt gibt es so wenige Freiflächen, sie sollten so sein, dass alle sie nutzen können“, sagte die Christdemokratin. Manfred Zieran (Ökolinx) stimmte zu: „Überall in der Stadt ist Bedarf, auch für Kinder oder Skater. Hunde haben für mich keine Priorität.“ Man könne den Besitzern zumuten, „dass sie weiter wegfahren“.

Hundewiese im Günthersburgpark einzäunen?

Wenn Mensch und Tier auf engem Raum aufeinandertreffen, kann das natürlich zu Konflikten führen. Daher wurde im Ortsbeirat auch darüber diskutiert, die Hundewiese im Günthersburgpark einzuzäunen. Die Grünfläche wird nämlich nicht nur zum Gassigehen genutzt, sondern auch von Joggern und Fahrradfahrern oder den Kindern der angrenzenden Merianschule, die auf den Schulbus oder ihre Eltern warten. Die Radfahrer und Jogger stören die Hunde, die Hunde stören die Kinder – das will zumindest die FDP-Fraktion von Augenzeugen erzählt bekommen haben. Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) hat bei der Grundschule und dem nahegelegenen Abenteuerspielplatz nachgefragt. Gerüchte, dass Kampfhunde Kinder angefallen haben, hätten sich nicht bestätigt, so Guder. „Sie haben kein Problem mit Hunden.“

Zieran gab zu bedenken, es müsse ja gar nicht erst so weit kommen, dass jemand gebissen werde. „Die Hunde springen die Leute an“, habe er beobachtet. „Angst sollte man ernstnehmen.“ Der Grüne Michael Mirsch erwiderte: „Wir müssen so viele Gruppen unter einen Hut bekommen. Wenn die Fläche eingezäunt wird, ist das absolut, dann ist sie nur für Hunde.“ So fand sich am Ende auch für den Zaun keine Mehrheit.

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