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Frankfurt Kinder feiern im Riederwald

Pure Begeisterung herrscht beim ersten Open-Air in der Vatterstraße. Eine Fortsetzung der Veranstaltung ist denkbar.

Hip Hop Festival Riederwald
Auch getanzt wurde bei dem Festival. Foto: Monika Müller

Die Gesichter von Yasmin, Dila, Abu, Alisia, Hanae und ihren Freunden strahlen, als sie auf die Bühne gerufen werden. Die Tanzgruppe der „Atzelberger Hip-Hop-Kinder“ gewinnt am Samstag beim „Stöff Hip-Hop-Open-Air“ in der Vatterstraße den ersten Preis. Stöff ist übrigens ein Begriff aus der aktuellen Jugendsprache und ist ein Ausdruck für Begeisterung.

„Damit hat keiner gerechnet“, berichtet Jale Atmaca, Quartiersmanagerin am Atzelberg und Betreuerin der Gruppe. Das Publikum, das zwar nicht sehr zahlreich vertreten ist, die jungen Künstler jedoch lautstark unterstützt, applaudiert für die Seckbacher am meisten. Die beiden etwas älteren Rapper „Can 44“ aus dem Riederwald sowie „Natic“ aus Zeilsheim landen auf den Plätzen zwei und drei.

Ihre Choreografie haben die Atzelberger in den letzten Wochen selbständig einstudiert. Akrobatische Elemente wie Radschläge und Handstände gehören ebenso dazu wie Mimik und Gestik. „Der Tanz ist eine Mischung aus allem“, sagt die neunjährige Asya.

Der zehnjährige Francis ergänzt die Performance mit Beatbox, was er sich selbst beigebracht hat. „Richtig froh“ seien Selina (10) und Ayla (8) gewesen, als ihr Auftritt vorbei war und alles geklappt habe. Es war ihr zweiter gemeinsamer Auftritt, nach einer Aufführung bei einem Seckbacher Straßenfest.

Kinder hören, sehen und erleben

Wichtig findet Quartiersmanagerin Atmaca, dass die Mädchen und Jungen „gehört, gesehen und erlebt“ werden. Das habe die Gruppe zusammengeschweißt und sie würden als „gefestigter Freundschaftskreis“ nach Hause fahren. Mit dem Preisgeld von 250 Euro, das die Nassauische Heimstätte als Mitveranstalter gestiftet hat, will die Gruppe vielleicht ein Tonstudio besuchen, ihr Tanz- und Musikprojekt vorantreiben oder es an eine karitative Einrichtung spenden.

Bei dem Open Air, das erstmals im Riederwald veranstaltet wird, zeigt sich das Wetter wechselhaft. Während zum Rap- und Tanzwettbewerb am Nachmittag die Sonne scheint, fällt gegen Abend, als etablierte Frankfurter Hip Hop-Künstler auftreten, Regen. Initiiert haben das Programm neben weiteren Institutionen die Quartiersmanager aus dem Riederwald, Seckbach und Fechenheim.

Sebastian Wolff, Quartiersmanager aus dem Riederwald, sagt: „Das Hip-Hop-Open-Air ist ein gutes Kommunikationsangebot, um Jugendliche stärker einzubeziehen“. Silvio Braun, Mitarbeiter des Riederwälder Kinder- und Jugendhauses, ergänzt: „Die Jugendlichen fühlen sich hier wertgeschätzt“. Bewusst hätten sich die Veranstalter als Ort für das Ende der Vatterstraße entschieden, um dort „mehr Leben reinzubringen“.

Über die geringe Besucherzahl am Nachmittag zeigt sich Wolff einerseits etwas enttäuscht, betrachtet das Open Air aber auch als „Experiment“. Ob es im kommenden Jahr eine Fortsetzung geben wird, ist noch unklar. Vorstellen könnte sich Wolff dann aber, das Open Air in Seckbach oder Fechenheim auszurichten.

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