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Frankfurt Demonstration im Riederwald

Im Riederwald demonstrieren 200 Anwohner gegen die Rodung auf der Kastanienallee und für einen besseren Lärmschutz beim Bau des Riederwaldtunnels. Sie fordern auch ein neues Verkehrskonzept.

Riederwalddemo
Vertreter der BI Riederwald und der Pestalozzischule kamen zum Protestzug zusammen. Foto: Rolf Oeser

Lernen ohne Lärm! Lernen ohne Lärm!“, rufen rund 20 Kinder im Chor. Die Schüler der Pestalozzischule im Riederwald führen den Demonstrationszug an, der am Samstagmittag durch den Stadtteil zieht. Die Teilnehmer des Protestmarschs halten Transparente in die Höhe. Darauf zu lesen sind Forderungen wie: „Erhalt der Riederwälder Lebensqualität“. Anlass für die Aktion ist der geplante Bau des Riederwaldtunnels 2019/2020.

Zu der Demonstration aufgerufen haben die Bürgerinitiative Riederwald und die Pestalozzischule. Involviert sind zudem der Ortsbeirat 11 sowie einige Kindergärten und Horte aus dem Stadtteil. Gründe für die Protestaktion gibt es viele: Etwa das ihrer Ansicht nach unzureichende Lärmschutzkonzept. „Lärmschutzfenster sollen nur in ausgewählten Räumen eingesetzt werden“, erzählt Miriam Boiar, Leiterin der Pestalozzischule. „Das reicht nicht aus. Außerdem hilft uns das im Sommer nicht.“

Die Lärm- und Feinstaubbelastung bei geöffneten Fenstern sei eine Hauptsorge der Schulleitung. Bei den Informationsveranstaltungen von Hessen Mobil im Juni sei die Errichtung einer Schallwand im Gespräch gewesen. „Dafür ist aber eigentlich kein Geld da“, sagt Rainer Frey von der BI. „Die Stadt steckt vier Millionen Euro in die Verschönerung der Schäfflestraße, aber eine ruhige Lernatmosphäre für die Kinder ist ihr nichts wert.“

Auch die Sicherheit der Kinder ist ein Thema. Im Gebäude der Pestalozzischule sind auch zwei Horte und ein Kindergarten beheimatet. „Die Wegführung der Behelfsstraßen soll während der Bauetappen immer wieder geändert werden. Die Kinder werden sich ständig neu orientieren müssen“, sagt Boiar. Zudem werden dort schwere Baufahrzeugen rollen.

Rund 200 Demonstranten

Die rund 200 Demonstranten forderten zudem, dass die angekündigte Rodung der Kastanienallee auf dem Erlenbruch bis zum Baubeginn des Tunnels in zwei Jahren verschoben wird. „Die Schrebergärten hier im Stadtteil mussten für das Bauvorhaben vor zehn Jahren weichen. Die ersten für das Stadtklima so wichtigen Bäume sind vor drei Jahren gerodet worden“, sagt sich Frey. Solange nicht klar sei, wann tatsächlich mit dem Tunnelbau zwischen den Autobahnen A66 und A 661 unterhalb des Bornheimer Hangs begonnen wird, gelte es, solche voreiligen Maßnahmen zu verhindern.

Passend dazu bewegt sich der Demonstrationszug von der Pestalozzischule über die Haenischstraße rund einen Kilometer weit auf dem Erlenbruch, wo er die Kastanienallee quert, die noch in diesem Winter abgeholzt werden soll. Die Protestanten rufen: „Eins, zwei, drei, vier – den Riederwald, den retten wir!“

Dazu sei auch eine Verkehrsentlastung der Straße Am Erlenbruch nötig. Frankfurts Osten leidet immer wieder unter dem Pendlerverkehr.

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