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Filialschließung Sparkasse verlässt den Riederwald

Die Sparkasse eröffnet eine neue Filiale am Hessen-Center - und will dafür im Riederwald schließen. Eine Bürgerinitiative will das nicht hinnehmen.

Obwohl längst beschlossene Sache, wird die für Ende Juli vorgesehene Schließung der Frankfurter Sparkasse im Riederwald nun zum Politikum. Eine Bürgerinitiative hat über 600 Unterschriften zum Erhalt der Filiale gesammelt. Am Montagabend standen zwei Sparkassen-Vertreter im Ortsbeirat 11 Rede und Antwort.

„Wir müssen dorthin gehen, wo der Kunde hingeht“, erklärte Marcus Maisch, als Leiter der Riederwälder Filiale auch für Fechenheim und den künftigen Standort im Hessen-Center zuständig. Dort soll am 1. August eine kleinere Filiale mit Beratungsservice eröffnet werden, der Mietvertrag sei bereits unterzeichnet. An der Schäfflestraße im Riederwald, wo das Kundenwachstum in den vergangenen Jahren begrenzt gewesen sei, sollen nur ein Bankautomat und ein Kontoauszugsdrucker zurückbleiben. Das stößt vielen Alteingesessenen auf. 

Auch Feldmann hat unterschrieben 

„Viele waren erschüttert“, berichtete Rainer Frey von der Bürgerinitiative Riederwald, als er die gesammelten Unterschriften unter großem Applaus dem Ortsbeirat überreichte. Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann und die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen (beide SPD) hätten unterschrieben. „Für viele ältere Bürger ist es schwierig, in einen anderen Stadtteil zu kommen“, ergänzte die Riederwälder Sozialbezirksvorsteherin Ingeborg Wendel. Bankschließfächer müssen künftig etwa bei der Filiale in Alt-Fechenheim aufgesucht werden.

„Wenn Sie hier einen Zirkel ansetzten, finden Sie im Umkreis von einem Kilometer eine Sparkasse“, hielt Betriebswirt Marcus Maisch dagegen. Zumindest sind es von der Schäfflestraße bis zum Hessen-Center und Alt-Fechenheim je rund drei Kilometer. Dennoch auch für Sparkassen-Vertriebsleiter Oliver Seufert ein gutes Argument: „Rund um den Riederwald haben wir fünf Filialen, das gibt es bei keiner anderen Bank.“ Arbeitsplätze gingen keine verloren, die Mitarbeiter würden nach Fechenheim und ins Hessen-Center verlegt. 

Sparkasse soll mehr Verantwortung übernehmen 

Für Kritik sorgte auch, dass Riederwälder Sparkassen-Kunden bislang nicht informiert wurden. „Wir wollten erst Gewissheit haben, hier mit einer Selbstbedienungsfiliale bleiben zu können“, erklärte Marcus Maisch. Erst vergangenen Freitag habe man die Zusage der Stadt erhalten.

„Der Ortsbeirat setzt sich für einen lebenswerten Stadtteil mit Nahversorgung ein, das torpedieren Sie“, wetterte Stefan Klee von den Linken. „Die Sparkasse sollte mehr soziale Verantwortung übernehmen“, legte Sozialdemokrat Stephan Zilcher nach. Beide Fraktionen fordern in zwei Anträgen vom Frankfurter Magistrat, sich für den Erhalt der Filiale im Riederwald einzusetzen. Beide Vorlagen wurden mit einer knappen Mehrheit vom Ortsbeirat angenommen.

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