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Fechenheim Einkaufen wie früher in Fechenheim

Das Museum des Geschichtsvereins ist ein alter Tante Emma-Laden. Es ermöglicht eine Reise in die Vergangenheit.

Altpaß
Hermann Altpaß ist Vorsitzender des Geschichtsvereins. Foto: Christoph Boeckheler

Im Geschäft auf der „Langgass“ ist die Zeit stehen geblieben. Die Uhr zeigt viertel vor acht. Und das, obwohl es an diesem Morgen bereits viertel vor zehn ist. Das mag Zufall sein, veranschaulicht aber, dass der Besucher sich auf eine Reise in die Vergangenheit begibt, wenn er den „Tante Emma-Laden“ an der Straße Alt-Fechenheim 123 betritt.

Einkaufen kann man dort nicht mehr. Das Mobiliar zeigt vielmehr, wie Menschen früher zu Waren und Zutaten gekommen sind, als es noch keine Supermärkte und Discounter gab. Es sind Originalstücke: Die Theke und Regale stammen aus einem Laden, den Familie Betner bis 1988 an der Alt-Fechenheim 47 betrieb.

„Das ist ein richtiges Sammelsurium“, sagt Hermann Altpaß. Er ist Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins, der sich um die Attraktion kümmert. Jeden Mittwoch hat sie geöffnet, dann braucht man sich nicht am Schaufenster die Nase platt zu drücken, um einen Blick ins Innere zu erhaschen. Nicht nur Schulklassen besuchen den Tante-Emma-Laden regelmäßig. „Auch viele Fechenheimer treffen sich hier, um zu schwätzen“, sagt Altpaß.

Wenn der 79-Jährige sich im Laden umschaut, werden auch bei ihm viele Erinnerungen wach. Früher hat er selbst in Tante Emma-Läden eingekauft, „denn es gab ja nichts anderes“. Nach dem Krieg habe man fünf Stunden anstehen müssen, um in den Geschäften ein paar Kartoffeln zu ergattern. Damals seien die Läden noch grau und trist gewesen, nach der Währungsreform von 1948 hingegen bunt und toll. „Danach hat man alles bekommen.“

Altpaß zeigt auf eine blaue Büchse. Darin verpackte die Firma Stollwerck vanillierte Schokolade. Eine Rippe kostete einst zehn Pfennig, eine Tafel fünf mal so viel. „Früher hat man nur 50 oder 60 Pfennige in der Stunde verdient“, sagt Altpaß. „Man musste für eine Tafel Schokolade also eine ganze Stunde arbeiten.“

Heute könnte man sich von einem Stundenlohn an Schokolade satt essen. Nicht nur die Essgewohnheiten, auch die Einkaufsmöglichkeiten haben sich gewandelt.

„Früher hatten wir auf der Langgass mindestens drei Metzger, Bäcker und Drogerien, zwei Haushaltswarengeschäfte und ein Eisenbahn-Geschäft“, erinnert sich Altpaß. Er wohnt seit 1958 im Süden Fechenheims. „Das Elektrogeschäft ist das einzige, das noch aus der alten Zeit übriggeblieben ist.“

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