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Caricatura-Museum Streit mit Caricatura-Chef Achim Frenz eskaliert

Die Stadt Frankfurt lädt den Direktor des Caricatura-Museums Achim Frenz zur Anhörung vor. Die Vorwürfe: Frenz habe Dienstgeheimnisse weitergegeben und seine Kompetenzen überschritten.

Achim Frenz
Er hat gerade wenig zu lachen: Achim Frenz, der Chef des Caricatura-Museums. Foto: Christoph Boeckheler

Die Stadt Frankfurt geht dienstrechtlich gegen den Direktor des Caricatura-Museums, Achim Frenz, vor. Bei einer internen Anhörung wurden dem 60-Jährigen am 14. August unter anderem Artikel der Frankfurter Rundschau zum Vorwurf gemacht. Die FR hatte darüber berichtet, dass Frenz sich für die Selbstständigkeit des Museums einsetzt, das offiziell eine Abteilung des Historischen Museums ist.

Auch hatte die FR geschrieben, dass der Etat der Caricatura seit ihrer Gründung 2008 um insgesamt 100.000 Euro abgeschmolzen worden sei. Dies führe dazu, dass das Museum kaum noch zu programmatischer Arbeit in der Lage sei. Der Direktor des Historischen Museums, Jan Gerchow, hatte diesen Vorwürfen stets widersprochen und sie als „absurd“ bezeichnet. Tatsächlich sei die Caricatura in hohem Maße subventioniert worden.

Bei der dienstrechtlichen Anhörung soll Gerchow Frenz vorgeworfen haben, dass er die Frankfurter Rundschau informiert und damit Dienstgeheimnisse preisgegeben habe. Frenz habe seine Kompetenzen überschritten und dürfe sich gegenüber den Medien nicht mehr äußern.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) wollte auf Anfrage der FR nicht zur Auseinandersetzung mit Frenz Stellung beziehen. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu personellen Angelegenheiten generell nicht äußern“, teilte die Sprecherin des Kulturdezernats, Jana Kremin, mit. Der Direktor des Caricatura-Museums wurde bei der Anhörung von seinem Rechtsanwalt Michael Hofferbert begleitet. Ihnen gegenüber saßen Gerchow und ein Vertreter des städtischen Kulturamts.

Anwalt Hofferbert sprach gegenüber der FR vom „Versuch einer Anhörung, der aber schiefgegangen ist“. Die Stadt habe „nicht hinreichend präzisieren“ können, welche dienstrechtlichen Vorwürfe genau gegen Achim Frenz erhoben würden. Tatsächlich könne der Direktor des Historischen Museums Frenz nicht die Weisung erteilen, nicht mit den Medien zu sprechen.

Der Konflikt zwischen Frenz und dem Kulturdezernat schwelt schon seit längerem. Der Direktor der Caricatura hatte nach FR-Informationen der Stadt bereits im Jahre 2017 ein Konzept vorgelegt, wie das Museum ausgebaut werden könne.

Er schlug seinerzeit vor, die Sammlung des Museums, die bisher vor allem Arbeiten der Neuen Frankfurter Schule umfasst, durch den Ankauf anderer Werke zu erweitern. Als Künstler nannte Frenz unter anderem Ralf König, Franziska Becker und Rudi Hurzlmeier.

Frenz schwebte vor, die Ankäufe über einen längeren Zeitraum zu strecken, um die finanzielle Belastung für die Stadt in Grenzen zu halten. Tatsächlich wäre es aber wohl um eine Summe von mehreren Millionen Euro gegangen.

Dieses Papier stieß jedoch seinerzeit nicht auf die Zustimmung der Kulturdezernentin und des Chefs des Historischen Museums. Gerchow sagte im Gespräch mit der FR am Mittwoch, das Konzept von Frenz sei aus seiner Sicht „unzureichend“ gewesen. Inhaltlich stehe er aber zu einem Ausbau der Sammlung und unterstütze auch hinsichtlich der Künstler die Vorschläge, die der Direktor der Caricatura gemacht habe. Konzeptionell besitze Frenz „alle Freiheit dieser Welt“. Bei Ankäufen für das Museum sei aus seiner Sicht schon viel zu lange nichts geschehen.

Gerchow zeigte sich zuversichtlich, dass der Direktor der Caricatura das von ihm seinerzeit vorgelegte Konzept noch überarbeiten werde.

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