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Caricatura-Museum Frankfurt Groteske Karikaturen bekannter Politiker

Sehenswert: Frank Hoppmann verzerrt seine Porträts bekannter Persönlichkeiten mit so ungeheuerlicher Monstrosität, dass man beinahe erschrickt. Zu sehen in der Caricatura Frankfurt.

Ausstellung "Animalism"
Nordkoreas Diktator Kim Jong Un, wie ihn Frank Hoppmann sieht. Foto: epd

Sein Name ist Hoppmann. Frank Hoppmann. „Hoppmann mit zwei p, Frank ganz normal“, sagt Frank Hoppmann. Die Angaben zu Hoppmann stimmen so. Die zu Frank sind maßlos untertrieben.

„Ganz normal“ ist auf den Zeichnungen Hoppmanns glücklicherweise nichts. Seine Bilder wirkten „belustigend und verstörend“ zugleich, sagt Caricatura-Chef Achim Frenz bei der Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der Hoppmann-Ausstellung „Animalism“, und da ist was dran.

Hoppmanns Porträts bekannter Persönlichkeiten sind mitunter von so ungeheuerlicher Monstrosität, dass man erschrickt. Auch über sich selbst. Wie kommt es etwa, dass man in dem unförmigen Blob, der auch ganz famos als Illustration zu einer alten H.P. Lovecraft-Horrorgeschichte durchgehen könnte, auf Anhieb und ohne den Bildtitel gelesen zu haben den Bundesaußenminister selig Joschka Fischer erkennt? Oder in der gollumartigen, segelohrigen Missgestalt den ehemaligen Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van-Elst?

Die Lehrer waren Hoppmanns erste Opfer 

Er male die Menschen so, wie er sie sehe, sagt Hoppmann. Warum dem so ist, das weiß er selbst nicht, auf der Pressekonferenz sucht er nach möglichen Erklärungen – so sei er etwa im Emsland aufgewachsen, nicht unweit eines Atomkraftwerks. Andererseits gelten die ja als strahlungssicher. Er sei auch nie gerne zur Schule gegangen. Aber er habe damals schon Ungerechtigkeiten der Lehrer dadurch entlohnt, dass er diese karikiert habe.

Das habe jede Menge Reaktionen ausgelöst, sowohl seitens der Mitschüler (positiv) als auch der Lehrer (negativ). Und da habe er früh gelernt, „dass man eine Möglichkeit hat, sich zu wehren“.

So gesehen hat der 42-Jährige sich bis heute sehr erfolgreich gewehrt. Er ist Hauszeichner der Welt, er veröffentlicht regelmäßig in namhaften Magazinen und Zeitungen, vor allem aber nennt Thérèse Willer, Direktorin des Straßburger Ungerer-Museums, Hoppmann den „legitimen Nachfolger Tomi Ungerers“, und mehr Ritterschlag geht gar nicht. Schon länger wird Hoppmann von der Kritik in einer Liga mit den Zeichnern der Neuen Frankfurter Schule verortet – auch seine Hommage an diese sind in der Ausstellung als Porträts von Bernstein, Gernhardt, Poth, Traxler und Waechter zu sehen.

Donald Trump hat Hoppmann auch in den USA populär gemacht. Seine Trump-Zeichnung, an der zuvor sämtliche deutschen Zeitungen kein Interesse gehabt hatten, landete auf der Titelseite der Los Angeles Times. Und brachte ihm neben dem Erfolg in Übersee auch einen neuen Künstlernamen: „Frank Hoffmann“ war dort als Künstler genannt, und seitdem legt Hoppmann auf das Doppel-p noch mehr wert.

Der Name der Ausstellung „Animalism“ ist ein wenig irreführend. Denn auch wenn viele in dem gezeichneten Trump ein Schwein, einen Gockel oder gar einen Nacktmull erkennen wollen, hatte Hoppmann beim Zeichnen gar kein Tier im Sinn. Er zeichnet die Menschen schlicht nur so, wie er sie sieht. Und wenn ein Wolfgang Bosbach im Verlauf des Zeichnens immer froschähnlichere Züge trägt, dann steckt ihn Hoppmann am Ende eben in ein Kermit-Kostüm.

Er malt Menschen nicht als Tier-Karikaturen - aber wenn der Betrachter ein wenig Fauna reininterpretiert, ist ihm das auch recht. Und dass er von Tieren - vor allem von Schweinen und Fliegen – schlicht fasziniert ist und die sich wie ein roter Faden durch sein Werk ziehen, daraus macht er kein Geheimnis. Ob das aber am Emsland, an der Atomkraft oder an Hoppmann selbst liegt, ist weiterhin völlig unklar.

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