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Brache im Gutleut Vom Slum in die Notunterkunft

Nach der Räumung der Barackensiedlung auf dem Ferro-Gelände im Frankfurter Gutleut werden 18 Bewohner in der städtischen Notunterkunft im Ostpark untergebracht.

Räumung
Ein Ex-Bewohner des Ferro-Geländes macht sich mit seinen Habseligkeiten auf den Weg. Foto: Monika Müller

Ein Teil der Bewohner der am Montag geräumten Barackensiedlung auf dem Ferro-Gelände im Gutleut ist nach Angaben des Frankfurter Sozialdezernats in der städtischen Notunterkunft im Ostpark untergebracht worden. Knapp 18 Personen hätten das Angebot der Stadt angenommen, dort für eine Woche Obdach zu finden, während eventuelle Leistungsansprüche durch die zuständigen Ämter geprüft würden, erklärte Manuela Skotnik, Sprecherin des Sozialdezernats. Insgesamt sei 28 ehemaligen Bewohnern angeboten worden, in der Notunterkunft unterzukommen.

Wie berichtet, hatte die Polizei am Montagmorgen das Gelände zwischen der Gutleutstraße und dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs auf Betreiben des Eigentümers räumen lassen. In den vergangenen Monaten hatten sich dort zeitweise bis zu 30 Menschen in selbst gezimmerten Verschlägen eingerichtet. Hauptsächlich handelte es sich um Wanderarbeiter aus Rumänien. 

Das Sozialamt bestätigte darüber hinaus, dass den im Ostpark untergebrachten ehemaligen Baracken-Bewohnern jeweils einmalig 50 Euro ausgezahlt worden seien, mit denen diese sich in den kommenden sieben Tagen selbst versorgen sollen. Allen Betroffenen – auch jenen, die eine Unterbringung in der Notunterkunft abgelehnt haben – sei zudem je ein Gutschein ausgehändigt worden, mit dem diese die Rückreise in ihre ursprünglichen Heimatländer bezahlen könnten. 

Der Förderverein Sinti und Roma kritisiert nach wie vor das Vorgehen der Stadt. Die Unterbringung in Notunterkünften und die Übernahme eventueller Rückreisekosten sieht Geschäftsführer Joachim Brenner als einen Beleg dafür, dass es den Behörden in erster Linie darum gehe, die Menschen aus der Stadt zu schaffen: „Es ist offensichtlich, dass man sie aus Frankfurt raushaben will.“

Der Förderverein geht zudem davon aus, dass die meisten ehemaligen Bewohner der Brache keine Ansprüche auf Unterstützung haben: „Das heißt, nächste Woche stehen sie wieder auf der Straße“, so Brenner. 

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