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Bornheim Fünffingerplätzchen soll schöner werden

Das Bornheimer Fünffingerplätzchen ist trist. Anwohner und Politiker möchten das Areal beleben. Der zuständige Ortsbeirat plant eine Ortsbegehung.

Platz
Viele finden den Platz zwischen Berger, Heide- und Ringelstraße auch bei schönem Wetter trist. Foto: Monika Müller

Auf der Bank unweit des Supermarktes hat sich ein junger Mann ausgebreitet, rechts Laptop, links Akten. Er telefoniert, hält sich ein Ohr zu, um besser verstehen zu können. Am nächsten Baum treffen sich fünf Teenager. Sie haben Chips und Limo dabei, reden über eine bevorstehende Mathestunde, für die sie nicht alle ihre Aufgaben gemacht haben. An ihnen vorbei schleppt sich ein Mann mit einer Plastiktüte. Er packt eine Bierflasche aus, trinkt langsam. Es ist kurz nach 10 Uhr. Das Bornheimer Fünffingerplätzchen an einem regenfreien Wochentag.

Eingeklemmt zwischen Berger, Heide- und Ringelstraße liegt das unscheinbare kleine Areal. Sechs Kastanienbaume stehen dort, um deren Stämme sich halbrunde Bänke schmiegen. Zwischen dem Kopfsteinpflaster klemmen Kippen und Kronkorken. Der verkehrsumtoste Platz hat Potenzial. Darüber sind sich alle einig. Anlieger und Ortsbeirat 4 wünschen sich eine Aufwertung. In seiner jüngsten Sitzung hat das Gremium sich aber nur dafür ausgesprochen, dort drei feuerfeste Mülleimer zu platzieren, die auch als Aschenbecher dienen sollen. Vor einer Umgestaltung möchten sich die Stadtteilpolitiker zunächst den Platz vor Ort anschauen. Davon später.

Derzeit sei das Areal trostlos, sagt eine Passantin. Sie deutet auf die Baumscheiben, auf denen Müll liegt, vereinzelte Grasbüschel sprießen dort. „Das könnte man viel schöner machen.“ Wünschenswert wäre etwa ein Café anstelle des Solariums. „Dann könnte man Tische und Stühle davor aufstellen, dann würde ich mich hier auch gerne hinsetzen.“ Auch Ingrid Lennerts-Pohlmann, Inhaberin des Bekleidungsgeschäft Lepo, würde es begrüßen, wenn die Stadt den Platz aufwertete.

„Wenn ich aus meinem Schaufenster gucke, sehe ich einen Platz, der nicht zum Verweilen einlädt.“ Sie ist sicher, dass das Plätzchen verschönert werden kann. Sie selbst habe bereits angeregt, dort Foodtrucks aufzustellen, „das würde den Platz beleben“. Auch habe sie versucht, das triste Beet vor ihrem Laden zu bepflanzen. Denn: „Wenn etwas heruntergekommen aussieht, animiert es dazu, noch mehr hinzuwerfen.“

Eine ähnliche Beobachtung hat Barbara End von der Berger Apotheke gemacht. „Der Platz vergammelt etwas“, sagt sie. Schön wäre es, wenn der Platz mehr belebt und genutzt werde. Wichtig sei es, das Pflaster zu sanieren, sagt End. Oft beobachte sie, wie ältere Menschen dort stolperten: „Es gibt immer wieder Stürze.“

Handlungsbedarf sieht auch Milagros Mendez vom Sonnenstudio Nr 1. Das Fünffingerplätzchen sei eigentlich ein schöner Platz, sagt sie. Doch werde er leider viel von Bürgern genutzt, die sich dort nur zum Alkoholtrinken niederließen. Manchmal kippten diese von der Bank. „Ich muss immer wieder den Krankenwagen rufen.“ Vor kurzem habe eine Gruppe von acht Personen auf dem Platz übernachtet. „Es wäre schön, wenn sich hier auch andere Bürger wohl fühlen könnten“, sagt Mendez.

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