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Berger Straße in Frankfurt „Ab 24 Uhr heißt es ,Rein oder Heim!“

Bei FR vor Ort ging es diesmal um die Lautstärke in Biergärten auf der oberen Berger Straße in Frankfurt.

Im Kultursalon der interkulturellen Bühne wurde diskutiert. Foto: Christoph Boeckheler

Bislang war es einigen Wirten wohl noch zu kalt und nass. Doch spätestens in der kommenden Woche, wenn die Temperaturen auf über 20 Grad klettern sollen, werden auch die letzten im Freien Frischgezapftes und Sauergespritzten servieren.

Vor allem auf der Berger Straße oberhalb des Bernemer Fünffingerplätzchens reiht sich dann ein Biergarten an den nächsten. Das kann zu Spannungen führen. Die Lokalredaktion hatte deshalb am Freitag im Rahmen der Serie FR vor Ort zu einer offenen Gesprächsrunde in den Kultursalon der interkulturellen Bühne eingeladen.

Wolfgang Schmitt weiß, dass es mitunter laut werden kann, sobald die Sommergärten öffnen. Von 2012 bis 2016 war er Sprecher einer Interessengemeinschaft von Anwohner, die sich mit den Gastronomen auseinandersetze. Mehrere der Wirte kenne er persönlich, „mit denen komme ich gut klar“, sagt Schmitt. Sie brächten von sich aus „eine Sensibilität mit und wollen nicht nur schnelles Geschäft machen“.

Es gebe aber andere, „die kümmern sich um gar nichts“. Dort bekämen Gäste auch um 1 Uhr draußen ein Bier. Dabei haben sich 17 der rund 20 Gastronomen auf der oberen Berger Straße freiwillig dazu verpflichtet, besonders rücksichtsvoll zu sein. Und haben vor fünf Jahren die Interessengemeinschaft der Gastronomen Obere Berger ins Leben gerufen. Dazu gehört, dass es ab 22 Uhr im Freien leiser wird, sagt IG-Sprecher Michael van Goethem. 

„Ab 24 Uhr heißt es ,Rein oder Heim!‘.“ Damit sich jeder daran erinnere, verschicke er im Frühjahr immer einen Brandbrief. Van Goethem ist überzeugt, dass sich die Situation seitdem verbessert hat. Auch, da sich die Bürger direkt an die IG wenden können. 

Anwohner Schmitt fordert, dass die aufgestellten Regeln auch kontrolliert werden. Das sei der Fall, sagt van Goethem. „Die Stadtpolizei kommt regelmäßig. Das bekommen Anwohner nur nicht immer mit.“ Das bestätigt Bodo Pfaff-Greiffenhagen, CDU-Chef im Ortsbeirat 4. Das Lokal Schöneberger etwa habe eine 350 Euro Strafe zahlen müssen, da es die Oberlichter geöffnet hatte und es dadurch auf die Straße geschallt habe.

Peter Schmidt von der Fraktion Die Frankfurter geht davon aus, dass die Wirte an einem guten Miteinander mit den Anwohnern interessiert sind, „das sind Leute vom Kiez, die wollen, dass hier Ruhe und Frieden herrscht“. 
SPD-Chef Darius Shafiei berichtet, dass sich immer wieder Neubürger bei ihm beschwerten. Vielen sei offenbar gar nicht bewusst, dass sie ins Lustige Dorf gezogen sind. 

Auch dort müssen Biergärten angemeldet werden, sagt Susanne Stadthagen vom Straßenbauamt, die mit ihrem Kollegen Ralph Wedemeyer an der FR-Runde teilgenommen hat. Stellten die Wirte früher meist von Mai bis Oktober Tische raus, werde inzwischen von April bis November beantragt. 

Die Behörde behalte vor allem im Auge, dass die Passanten ungehindert an den Gästen vorbei kommen. 1,50 Meter Platz müsse es mindestens sein, sagt Wedemeyer. An besonders frequentierten Ecken könne es auch 2 bis 3 Meter sein. Damit das Ordnungsamt die Flächen künftig besser kontrollieren kann, sollen die Biergärten künftig mit Nägeln markiert werden. 

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