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Bergen-Enkheim „Menschen in den Stadtteil holen“

Der neue Hessen-Center-Manager Stephan Thiel will mit dem Stadtteil zusammenarbeiten. Doch er hält weiter an den Erweiterungsplänen des Einkaufszentrums an der Borsigallee fest.

Bergen-Enkheim
Stephan Thiel ist seit Mai neuer Center-Manager des Hessen-Centers an der Borsigallee. Foto: Rolf Oeser

Herr Thiel, als neuer Manager des Hessen-Centers erben Sie einen schwierigen Posten. Das Zentrum soll vergrößert werden, dagegen wehren sich Nachbargemeinden und Einzelhandel. Muss der Ausbau sein?
Ich bin zwar noch neu in Frankfurt, aber ich sehe, dass durch den Zuzug in Frankfurt der Bedarf nach Einkaufsmöglichkeiten enorm hoch ist. Damit das Hessen-Center konkurrenzfähig bleibt, müssen wir es öffnen und modernisieren. Die geplanten zusätzlichen 14 000 Quadratmeter wären meiner Meinung nach keine enorme Vergrößerung. Aber sie bietet die Möglichkeit, das Zentrum durch neue Angebote attraktiver zu machen.

Ist die Konkurrenz durch die Innenstadt und andere Einkaufszentren so groß?
Das ist leider so. Aber nicht nur der örtliche Einzelhandel, sondern auch der Internethandel macht uns zu schaffen. Unser größter Mitbewerber ist die Innenstadt, wo viele neue Marken angeboten werden. Gerade Konzepte wie Primark ziehen viele Kunden an. Auch der Ausbau von anderen Zentren wirkt sich auf das Hessen-Center aus. Momentan sind die Umsatzzahlen stabil, ohne einen Ausbau und eine Umstrukturierung könnten wir im Vergleich zu anderen Mitbewerbern und dem Internethandel verlieren.

Welche Läden sollen dazukommen?
Wir wollen den Eingangsbereich des Centers neu gestalten. Das alte Parkhaus kommt weg, das Zentrum soll nach außen geöffnet werden. Wir wollen mehr Platz für Gastronomie und einen neuen Mietermix schaffen. Bisher fehlt es an Herrenbekleidung, Unterhaltungselektronik sowie großflächigen Einzelhandel. Einige Verträge laufen aus, dann werden wir neue Geschäfte dazu bekommen. Hierzu sind wir in intensiven Gesprächen mit namhaften Einzelhändlern.

Hätte ein Ausbau auch Vorteile für Bergen-Enkheim und die Nachbargemeinden?
Definitiv. Durch das Hessen-Center kommen viele Menschen in den Stadtteil. Und ein großes Einkaufsangebot ist sicher für viele ausschlaggebend bei der Wohnungssuche. Wir sollten gemeinsam diese Chancen nutzen. Außerdem sind wir für den Stadtteil ja nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit, sondern bieten jeden Monat interessante Events die zahlreiche Menschen unterhalten und anziehen.

Die Bergen-Enkheimer fürchten, dass der Einzelhandel durch das Center ausstirbt. Können Sie die Sorgen nachvollziehen?
Ich kann die Ängste nachvollziehen. Ich sehe aber keine Konkurrenz zwischen unserem Angebot und dem der Einzelhändler im Stadtteil. Im Endeffekt entscheidet natürlich der Kunde, wo er einkauft. Mit besonderem Service und guten Produkten können die Einzelhändler im Stadtteil Kunden anziehen – davon bin ich überzeugt.

Dem ist aber nicht so. Anstatt einen Umweg zum Schreibwarenhändler oder Bäcker zu machen, kaufen viele Anwohner gebündelt im Center. Geht dadurch nicht der Charme des Stadtteils verloren ?
Ich sehe da keine direkte Verbindung zu uns. Den Charme im Stadtteil zu erhalten, ist einerseits eine städtebauliche Verantwortung, anderseits hängt das wie gesagt auch vom Verhalten der Kunden ab. Heute sind viele Geschäfte im Stadtteil verstreut, das ist natürlich ein Problem.

Bisher scheint es für Einzelhändler schwierig zu sein, sich mit dem Management des Hessen-Center abzusprechen. Gibt es Ideen, das zu ändern?
Auf jeden Fall. Ich sehe es als meine zentrale Aufgabe an, mit dem Stadtteil zusammen zu arbeiten. Ich habe mich deshalb auf dem Triebstraßenfest mit den Vorsitzenden des Gewerbevereins Frank Weil getroffen. Wir wollen gemeinsam überlegen, wo wir ansetzen können. Ich könnte mir vorstellen, dass wir den Einkaufsführer für Bergen-Enkheim gemeinsam gestalten, Veranstaltungen des Stadtteils über die Centerzeitung bewerben und Veranstaltungen gemeinsam organisieren.

 

 

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