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Bergen-Enkheim Kein Supermarkt in Laufnähe

Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Einzelhandel in Bergen-Enkheim sich auf wenige Randstraßen im Stadtteil konzentriert. Ein desaströser Zustand finden Anwohner und Lokalpolitiker.

Nördlich der Triebstraße gibt es heute genau einen Supermarkt. Alle anderen Lebensmittelmärkte finden sich im südlichen Teil Enkheims, genauer gesagt im Hessen-Center und im Industriegebiet entlang der Victor-Slotosch-Straße. Ein desaströser Zustand, beklagen Lokalpolitiker, Anwohner und verbliebene Gewerbetreibende. Nun will die Stadt etwas gegen die Konzentration des Einzelhandels tun.

„Im Stadtteil gibt es eine enorme Schieflage im Bereich der fußläufigen Nahversorgung“, berichtet Stefan Kruse vom Stadtforschungs- und Planungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund. Für die Fortschreibung des städtischen Einzelhandels- und Zentrenkonzepts hat er Frankfurt auf ausreichende Nahversorgung überprüft. Am Dienstagabend präsentierte er dem Ortsbeirat 16 seine Auswertung.

„Wir haben in Bergen-Enkheim zwar quantitativ eine überdurchschnittlich gute Nahversorgung“, sagt er. Aber vor allem die alten Ortskerne, die Marktstraße in Bergen und die Triebstraße in Enkheim, seien unterversorgt. Anwohner im Nordosten des Stadtteils könnten daher keinen Lebensmittelmarkt zu Fuß erreichen.

„Mit unserem neuen Einzelhandelskonzept wollen wir die alten Ortskerne wieder stärker fördern und die Nahversorgung im Stadtteil breiter streuen“, sagt Kruse. Es sei aber Aufgabe der Politik, durch Baurecht und Investitionen Einzelhändler an gewünschte Stellen im Stadtteil zu binden.

CDU-Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese favorisiert einen Supermarkt nahe des Neubaugebiets Leuchte. „Wir haben hier schon einige Interessenten“, sagt sie. WBE-Fraktionschef Günther Kraus begrüßte das neue Konzept. Ein Umdenken der Stadt, weg von einer Zentrenbildung an abseits gelegenen Sonderstandorten, sei schon lange nötig. „Ich kämpfe seit Jahren für mehr Einzelhandel auf der Triebstraße. Durch das Hessen-Center sind wir abgeschottet.“ Die Ausbaupläne des Einkaufszentrums an der Borsigallee stoßen nach wie vor auf geteilte Meinung im Ortsbeirat. Einige Anwohner und die CDU befürworten das Vorhaben, hoffen auf mehr Arbeitsplätze. Andere wenden sich strikt gegen eine Erweiterung. Für jeden Zentimeter mehr Center verliere der Einzelhandel im Stadtteil an Kaufkraft, findet etwa der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins, Herbert Hoffman.

Barbara Blessing vom Förderverein Leseinsel, der die Bergen-Enkheimer Stadtteilbibliothek betreibt, würde sich nach eigenen Angaben indes sehr freuen, nach dem Ausbau ins Center zu ziehen. „Dort hätten wir mehr Laufkundschaft“, sagt sie.

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