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Bergen-Enkheim Ebbelwei unterm Blumenstrauß

Apfelweinliebhaber laden zur Straußwirtschaft mit selbstgekeltertem Ebbelwei am 1. Spetember ein. Wegen der Trockenheit und der Gespinstmotte fällt die Ernte in diesem Jahr gering aus.

Schobbekollektiv
Die erste Straußwirtschaft mit selbstgekeltertem Apfelwein organisierte das ?Schobbekollektiv? 2014. Foto: Rolf Oeser

Am ersten Samstag im September ist es so weit. Dann wird am alten Backsteinhaus an der Haingasse 4 wieder ein Blumenstrauß hängen. Als Zeichen, dass dort vorübergehend selbst gekelterter Apfelwein ausgeschenkt wird. Für einen Nachmittag verwandelt sich der Hof in Bergen in eine Straußwirtschaft.

Organisiert wird das temporäre Lokal vom sogenannten Schobbekollektiv, einer Gruppe junger Apfelweinliebhaber aus dem Stadtteil. Seit 2014 öffnen die 15 bis 20 Mitglieder bis zu dreimal im Jahr das Hoftor – in Anlehnung an die Weinwirtschaften im Rheingau. Sie verstehen sich als kreative Stadtteilinitiative, erklärt Mitgründer Johannes Böff. Unter dem Motto „Äbbelwoi is Handarbeit“ wollen sie mit ihrer Straußwirtschaft einen Raum schaffen „in dem sich Apfelweintradition verjüngt, Kunst und Kultur verbinden und Alt und Jung ins Gespräch kommen“.

In diesem Sinne erwartet die Besucher am 1. September Livemusik mit französische Chansons von „La poche à trou“, Blasmusik der Brassband WATZ sowie literarische Häppchen. Auch das mit dem Alt und Jung funktioniere gut, sagt Böff. Die meisten Gäste kämen aus dem Stadtteil. Doch über Mundpropaganda fänden Besucher aus der ganzen Stadt den Weg in die Haingasse. „Bei uns sitzen Leute, die sonst nie zusammengekommen wären.“

800 bis 900 Liter hat das Kollektiv im vergangenen Jahr gekeltert. Bis zu 120 Liter schenken die Mitglieder bei einer Straußwirtschaft aus – der kommende Termin ist der dritte und letzte in diesem Jahr. Gewinn macht die Gruppe damit keinen, sagt Böff. Etwa die Hälfte werde für die Künstler ausgegeben. Der Rest gehe für Unkosten drauf.

Doch den Mitgliedern des Schobbekollektivs gehe es nicht um den Kommerz. Die Straußwirtschaft werde nebenbei organisiert. Die meisten seien berufstätig oder studierten. Gemeinsam pflegen sie eine Streuobstwiese, auch geerntet und gekeltert wird als Team. Mit der Straußwirtschaft wollen sie den Kreislauf der Selbstversorgung vom Pflanzen eines Baumes bis hin zum Glas Ebbelwei in die Öffentlichkeit tragen.

Auch im kommenden Jahr soll es wieder ab Sommer eine Straußwirtschaft in der Haingasse geben. Wegen der Trockenheit und der Gespinstmotte sei die Ernte jedoch um fast zwei Drittel geringer aus als 2017, so Böff: „Es könnte knapp werden.“

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