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Bergen-Enkheim Aufklärung über Islam

Zum Neujahrsempfang kommen rund 100 Gäste. Sie können sich auch eine Ausstellung mit dem Titel „Eine Reise durch die islamische Zeit“ ansehen.

Der Saalbau ist am Samstag feierlich geschmückt. Dutzende Tische sind mit Blumen und roten Servietten dekoriert. Auf einer Leinwand steht: „Liebe für alle – Hass für keinen“. Die islamische „Ahmadiyya Muslim Jamaat“-Gemeinschaft, die Ende des 19. Jahrhunderts in Indien begründet wurde, veranstaltet ihren Neujahrsempfang. Unter den rund 100 Gästen sind Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und die Bundestagsabgeordnete Uli Nissen (SPD) sowie Landtagsparlamentarier und Stadtverordnete, außerdem Vertreter anderer Religionsgemeinschaften.

In einem Nebenraum zeigt die Ahmadiyya-Gemeinschaft eine Ausstellung mit dem Titel „Eine Reise durch die islamische Zeit“. Naweed Ahmad, hessischer Landesbeauftragter der Gemeinde, sagt: „Wir möchten über den Islam aufklären und suchen die Diskussion mit der Bevölkerung“. Der „Rechtsruck“ im vergangenen Jahr mit dem Erstarken der Partei AfD sei „für jeden Einzelnen von uns relevant“ gewesen, so Ahmad. Gerade jetzt sei es wichtig, auf Menschen zuzugehen. Seine Religionsgemeinschaft, die in Frankfurt etwa 3000 Mitglieder habe, verfolge einen „vernunft- und reformorientierten Ansatz“, berichtet der 26-Jährige. Stadtweit gibt es 14 Gemeinden. Dazu zählt laut Ahmad die älteste Moschee Frankfurts. Am Sachsenhäuser Berg steht das Gotteshaus, das seit 1959 genutzt wird.

In der Ausstellung sind auf Stellwänden Titel wie „Allah, der Eigenname Gottes“, „Islam und Wissenschaft“ sowie „Die Kalifen“ zu lesen. Unter der Überschrift „Dschihad“ wird der so genannte Heilige Krieg definiert. „Dschihad ist ein missverstandener Begriff“, sagt Ahmad. Er übersetze ihn mit „Kampf gegen den inneren Schweinehund“. Daneben wird auch die „Stellung der Frauen im Islam“ thematisiert. „Für uns sind nach dem Egalitätsprinzip beide Geschlechter absolut gleichberechtigt“, sagt Ahmad. So gebe es innerhalb der Gemeinde eine „selbständige Frauenorganisation“.

Die Jugend ist ebenfalls organisiert, getrennt nach Mädchen und Jungen. Beim Neujahrsempfang singt ein Mädchenchor für die Gäste. Haroon Raja von der Jugendorganisation sagt: „Bei der Integration neuer Flüchtlinge sind wir in der Verantwortung“. Jugendliche aus der Gemeinde würden sich durch „Mentoring bei alltäglichen Sachen“ wie Behördengängen, Arztbesuchen und Übersetzungsarbeiten engagieren. Außerdem räumt die Ahmadiyya-Jugend seit Jahren am Morgen nach der Silvesternacht rund um den Eisernen Steg auf. Raja organisiert einen alljährlichen Benefiz-Lauf, der im Oktober im Niddapark stattfindet. Den Erlös von 15 000 Euro überreicht der 31-Jährige beim Neujahrsempfang der Kinderkrebs-Stiftung.          

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