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Bergen-Enkheim Angst vor Krach und Dreck

Die Schule am Hang will während der anstehenden Sanierung in Container umziehen. Denkbar sind für die Schule auch Flächen in Enkheim.

Schule am Hang
Denkbar ist für die Schule auch, temporär nach Enkheim zu ziehen. Foto: Rolf Oeser

Lärm, Schmutz und Bagger: In knapp einem Jahr rücken die Bauarbeiter in der Schule am Hang in Bergen Enkheim an. Eine Auslagerung der rund 400 Schüler während der Sanierungsarbeiten ist derzeit nicht geplant – zum Leidwesen von Schulleiterin Elke Jäger-Töcu. Mit einem dreiseitigen Brief, der auch vom Elternbeirat sowie der Schulkonferenz mitgetragen wird, wendet sie sich jetzt an das Stadtschulamt und den Ortsbeirat 16.

Insgesamt drei bis vier Jahre sollen die Bauarbeiten dem Schreiben zufolge dauern. Neben einer weiteren Turnhalle und dem Bau neuer Gebäudekomplexe, würden die Pavillons schrittweise saniert. „Dafür sind wir sehr dankbar, denn das Schulgelände ist alt und teilweise marode“, heißt es in dem Brief.

Nur, dass während der Bauarbeiten der Unterricht regulär weitergeführt werden könnte, glaubt an der Grundschule niemand. Die Arbeiten seien mit erheblichem Lärm verbunden. Außerdem würde der Pausenhof durch das Aufstellen von Baumodulen verkleinert. Bei Regen sei mit „einer extremen Verschmutzung auf dem Schulgelände und in den Gebäuden zu rechnen“.

Mögliche Standorte für ein temporäres Containerdorf wären den Verfassern zufolge in der Straße Im Landgraben oder in der Verlängerung der Barbarossastraße in Enkheim. Auch die Grünflächen zwischen den Straßen An den Gerlachwiesen, An den Pappeln und der Leuchte auf der Höhe der Parkplätze des Riedbads seien in der Vergangenheit im Gespräch gewesen.

Zumindest den Ortsbeirat wird das Anliegen von Schulleiterin Jäger-Töcu beschäftigen. So bringt die Wählervereinigung Wir Bergen Enkheimer (WBE) in der Sitzung am kommenden Dienstag einen Antrag ein, in dem die Stadt aufgefordert wird, dem Wunsch der Schulleitung nachzukommen. „Wir teilen die Bedenken“, sagt WBE-Fraktionsvorsitzender Günther Kraus. „Natürlich begrüßen wir die Umbaumaßnahmen prinzipiell.“ Aber: Nicht nur Lärm und Schmutz seien ein Problem, „sondern die Kinder werden auch von den großen Maschinen abgelenkt“.

Linken-Abgeordneter Rainer Lehmann kritisiert den WBE-Antrag bereits im Vorfeld. Er verstehe, dass die Bauarbeiten für die Lehrer und Kinder eine Belastung seien. Angesichts der angespannten Haushaltssituation sei die Auslagerung in Container aber nicht sinnvoll. „Die ganze Infrastruktur hochzuziehen, nur um sie dann wieder stillzulegen, ist keine Lösung“, sagt Lehmann.

Er stimme dem Antrag nur zu, wenn sichergestellt sei, dass es nach dem Ende der Bauarbeiten einen Verwendungszweck für die Container gebe. „Zum Beispiel könnte hier eine Unterkunft für Geflüchtete entstehen.“ Grundsätzlich plädierte der Erziehungswissenschaftler im Ruhestand dafür, die Bauarbeiten auch pädagogisch als „Chance“ zu begreifen. So könnte man beispielsweise Unterrichtseinheiten entwickeln, die sich mit der Arbeits- und Lebenssituation der Bauarbeiter beschäftigen.

Der Ortsbeirat 16 tagt am Dienstag, 11. September, um 19.30 Uhr in der Nikolauskapelle Am Königshof/Marktstraße 56

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