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Bauarbeiten Ersatz für museumsreife Bad-Technik

Bornheimer Bürger befürchten zusätzliche Belastungen durch den geplanten Neubau des Panoramabads.

Familienbad
So könnte es einmal im neuen Familienbad aussehen. Foto: Bäderbau Frankfurt Ggmbh & Co. kg

Bad Bernem“ oder „Kleingärtner-Bad“. Noch gibt es keinen offiziellen Namen für den geplanten Neubau eines Bornheimer Schwimmbads. Vertreter der Stadt stellten die Pläne für das „Sport- und Familien-Bad“ neben der Eissporthalle in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 4 am Dienstagabend vor. Doch der 40-Millionen-Euro-Bau, der das in die Jahre gekommene Panoramabad an der Inheidener Straße ab 2022 ablösen soll, stößt nicht nur auf Begeisterung.

Bürger und Stadtteilpolitiker forderten vor allem, dass im Zuge der Planung die Verkehrssituation am Festplatz angepasst und verbessert wird. Schon jetzt staue sich der Verkehr bei Veranstaltungen des FSV oder der Löwen zum Teil für Stunden zurück, monierten viele. Sportdezernent Markus Frank (CDU) und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sicherten zu, die Situation prüfen zu lassen. Nach Ansicht Franks werde Bornheim durch den Umzug entlastet. Die Fläche neben der Eissporthalle sei „verkehrlich herausragend angebunden“. Am Festplatz störe der Neubau deutlich weniger Menschen, sagte der Stadtrat – und erntete höhnisches Gelächter aus dem Publikum.

Sorgen bereitet Anwohnern und dem angrenzenden Kleingartenverein auch die Lärmbelastung durch den Neubau. Sie befürchten, dass es im Sommer laut wird, wenn über das geplante „Cabriodach“ ein Teil der Decke geöffnet wird. Für das Dach hatte sich der Ortsbeirat starkgemacht. Dass dieses trotz Mehrkosten und seiner geringeren Energieeffizienz im Entwurf enthalten ist, sei dem Stadtteilgremium zu verdanken, sagte Frank. Er sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass die Belastung gering bleibe. „Ich würde das Schwimmbad aber wegen Lärm nicht infrage stellen.“

Das Bad soll vor allem ein Angebot für Familien und Kinder bis zwölf Jahre sein, sagte der Sportdezernent. Insgesamt werde es 900 Quadratmeter Wasserfläche geben – ebenso viel wie derzeit im Panoramabad, „nur intelligenter verteilt“. Neben einem Erlebnis- und Familienbad ist ein separat zugängliches Sporthallenbad für Schulen und Vereine mit Zeiten für öffentliches Schwimmen vorgesehen. Geprüft wird, ob das Becken mit einem Hubboden ausgestattet werden kann, um etwa beim Unterricht mit Schülern die Wassertiefe zu reduzieren. Auf dem Dach soll eine Saunalandschaft entstehen, die etwa 160 Liegen im Innen- und Außenbereich haben soll – doppelt so viele wie im Panoramabad.

Derzeit sei die Stadt in der Endbearbeitung des Entwurfs. Frank rechnet damit, dass der Bauantrag spätestens im Januar eingereicht wird, Ende 2019/Anfang 2020 erwarte er den ersten Spatenstich. Die reinen Baukosten von 22 Millionen Euro sollen durch den Verkauf des Geländes an der Inheidener Straße wieder reingeholt werden, wo die städtische ABG Holding Wohnungen bauen wird.

Frank machte deutlich, dass das alte Bad erst abgerissen werden soll, wenn der Neubau steht. Allerdings sei dafür auch Glück nötig. Die technische Anlage im Panoramabad sei total veraltet und gehöre in ein Museum. Derzeit sei offen, ob sie bis 2022 durchhalte. Erst vor kurzem blieb das Bad wegen eines Defekts mehrere Tage geschlossen.

Laut Frank werde noch ein Name für das Familienbad gesucht. Eine Bürgerin schlug „Bad Bernem“ vor – schließlich sei Bornheim der „reinste Luftkurort“.

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