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Altstadt in Frankfurt Frankfurt feiert die neue Altstadt

Angenehm bescheiden feiert Frankfurt Ende September drei Tage lang die Eröffnung der neuen Altstadt.

Neue Altstadt in Frankfurt
Erbarme: Die Rodgau Monotones heizen beim Altstadtfest dem Publikum ein. Foto: Renate Hoyer

Gleich zu Beginn singt Peter Feldmann das Hohe Lied der neuen Altstadt. „Die Wucht, mit der sich die Menschen das Viertel aneignen, ist grandios„ behauptet der Oberbürgermeister. Und so lässt sich denn die fünftgrößte deutsche Stadt auch nicht lumpen und feiert die Eröffnung nach Februar und Mai zum dritten Mal – diesmal aber richtig. Mehr als 500 000 Menschen aus nah und fern werden erwartet vom 28. bis 30. September.

Um es gleich zu sagen: Beim Feiern bleibt Frankfurt bescheiden geerdet und betont seine multikulturellen Wurzeln. Das Line-Up der musikalischen Top Acts – manche Ahnungslosen hofften auf Helene Fischer – führt Laith Al Deen an, es folgen die Rodgau Monotones, die gerade ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert haben. Kaye-Ree, die Soulsängerin mit persischen Wurzeln, ist ebenso dabei wie Yvonne Mwale aus dem Land der Viktoriafälle (Sambia). Zwei Bühnen, eine auf dem Römerberg, die andere am Main, strukturieren das Gedränge der Massen. Der RMV bietet eine Drei-Tageskarte zum Preis von einer, damit der Autoverkehr nicht zusammenbricht.

Es gibt eine Premiere der besonderen Art: Zum ersten Mal sind Drohnen an einer Inszenierung am Frankfurter Abendhimmel beteiligt – sie zeichnen zu Musik „Sternenbilder“, unter anderem Porträts bekannter Frankfurter Persönlichkeiten. Frankfurt setzt ganz auf seine Stärken: Kulturinstitute vom Institut für Stadtgeschichte bis zum Historischen Museum – und natürlich die Fliegende Volksbühne mit Michael Quast. Der wird als Kaiser den Krönungsweg zwischen Dom und Römer beschreiten, „Altstadtgeschichten“ und Szenen aus dem „Urfaust“ von Goethe zum Besten geben.

Zu den Frankfurter Wurzeln gehört auch der Cäcilienchor, der gerade sein 200-jähriges Bestehen feiert und der nicht nur singt (Carmina Burana), sondern im Haus am Dom auch seine Geschichte herzeigt. Im Dom sind klassische Konzerte zu hören, im Ratskeller ist 800 Jahre Messe-Geschichte zu erleben. Ensemble-Mitglieder der Oper singen „Highlights“ auf offener Bühne.

Natürlich muss eine politische Basis für all den unterhaltenden Trubel gebaut werden. Das beginnt am Freitag, 28. September, morgens um zehn Uhr mit einer Festveranstaltung in der Paulskirche. Der Frankfurter Architekt Christoph Mäckler, der seit 2009 den Gestaltungsbeirat für die Altstadt geleitet hat, wird dort zur Bedeutung des neuen Quartiers sprechen. Und es tritt ein besonderer Zeitzeuge auf: Der dann 97-jährige frühere Stadtkämmerer Ernst Gerhardt (CDU). Er hatte die historische Altstadt noch als Jugendlicher erlebt: Er pflegte dort mit anderen Lehrlingen in den 30er Jahren auf Kneipentour zu gehen.

Das Stadthaus ist für Vorträge und Diskussionen reserviert. So erörtert ein Podium die Frage: „Kann man Heimat bauen?“, dabei sind neben Mäckler der Direktor des Deutschen Architekturmuseums, Peter Cachola Schmal, und die Sozial- und Kulturphilosophin Annika Schlitte. Der Oberbürgermeister prophezeit den zur Präsentation zahlreich erschienenen Medienvertretern schon jetzt: „Sie werden nicht alle Programmpunkte schaffen.“ Niemand widerspricht.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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