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Altstadt in Frankfurt Das fehlt noch in der neuen Frankfurter Altstadt

Die neue Frankfurter Altstadt ist offiziell eröffnet. Doch noch ist in dem Areal nicht alles fertiggestellt. Einige Läden sind nicht bezogen. Und es fehlt an Sitzbänken und Papierkörben.

Neue Frankfurter Altstadt
Blick in die „Goldene Waage“: Für das künftige Café wird gerade der Fußboden verlegt. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

Michael Guntersdorf kennt diese Fragen schon. Wieso wird eigentlich an diesem Wochenende offiziell die Eröffnung der neuen Frankfurter Altstadt gefeiert – wo doch so vieles noch gar nicht fertig ist? Kein Café, kein Restaurant, keine Metzgerei, keine Sitzbänke, keine Papierkörbe, einige Läden noch immer nicht bezogen. Der Geschäftsführer der städtischen Dom-Römer-GmbH pflegt dann zu seufzen, wie nur er es kann, und zu sagen: „Es ist grad nicht ganz einfach.“

Zum Beispiel bei der „Goldenen Waage“, dem prachtvollsten rekonstruierten Fachwerkhaus, unmittelbar am Dom. Allein die „Goldene Waage“ hat bisher nach den Worten des Managers acht Millionen Euro gekostet.

Neue Gebäude mussten umgebaut werden 

Doch das Café, vor und in dem eigentlich die Gäste schon in den Sommermonaten sitzen sollten, ist noch immer nicht eröffnet. „Das Haus wurde als funktionsloses Gebäude geplant – es enthielt nichts, was man für ein Café braucht“, sagt Guntersdorf. Also musste noch mal umgeplant werden. „Wir haben uns dann auch vom Haustechniker getrennt“, fügt der Manager hinzu. Mehr sagt er nicht. Neues Zieldatum für die Eröffnung: Ende Oktober.

Oder das geplante große Restaurant im Doppelhaus Hühnermarkt 16-18. „Hier gab es das gleiche Problem: Es war nicht als Restaurant ausgelegt und muss komplett umgebaut werden.“ Noch liege keine Baugenehmigung der Stadt vor. Neues Zieldatum: Ende Oktober.

Beim Struwwelpeter-Museum im Haus Hinter dem Lämmchen 2-4 musste „der bauleitende Architekt ausgetauscht werden“. Angestrebte Fertigstellung: Februar 2019.

Für den Laden mit Höchster Porzellan, Markt 36, „wurde der Bauantrag gerade erst eingereicht“. Für die geplante Metzgerei im Haus Markt 15 „musste nachträglich ein Kamin eingebaut werden“. Der Mieter für das Haus Braubachstraße 23 sei abgesprungen. Die Dom-Römer-GmbH nutze das Gebäude „als Lagerfläche“. Beim Haus Markt 22, in dem eine Café-Bar und Wohnungen entstehen sollen, ist die Fertigstellung unklar.

Mängel bei den Eigentumswohnungen 

Und so weiter und so fort. Der Geschäftsführer seufzt. In den 80 Eigentumswohnungen der Altstadt müssen Mängel beseitigt werden. Es gibt Regressforderungen der Käufer. „In einem Fall haben wir Anwälte eingeschaltet“, sagt Guntersdorf. Der Käufer der Wohnung weigere sich hartnäckig, sie im derzeitigen Zustand zu übernehmen.

Papierkörbe in dem 7000 Quadratmeter großen Quartier existieren noch nicht. Aber sie sind „beauftragt“. Auch auf Bänke müssen die Besucherinnen und Besucher aus aller Welt erst mal verzichten. „Da haben wir die Anschaffung zurückgestellt, weil wir die städtische Gestaltungssatzung abwarten wollen.“ All dessen ungeachtet hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am heutigen Freitag die Altstadt offiziell eröffnet. Man will ja nicht kleinlich sein.

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