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Altstadt in Frankfurt Café Herz zieht in die Altstadt

Ende Oktober öffnet das Café Herz in der Frankfurter Altstadt. Das Neonlichtschild, das auf den Gastronomie-Betrieb in der Braubachstraße verweist, ist von dem Künstler Tobias Rehberger entworfen worden.

Neue Altstadt in Frankfurt
Taff Zeleke (l.) und Kunststar Tobias Rehberger vor der Installation des Cafés Herz. Foto: Christoph Boeckheler

Das Neonlichtschild flackert. So als wäre es schon sehr alt und kaputt. Ist es nicht; das ist gewollt. Das ist Kunst. Und schaut man genau hin, leuchten vier rote Buchstaben auf, die zusammen das Wort „Herz“ ergeben. Das Kunstwerk ist von niemand Geringerem als Tobias Rehberger, Städelschul-Professor und Gewinner des Goldenen Löwen der Biennale von Venedig. Mit grüner Bomberjacke, freundlich-entspannt und mit seinen Kindern steht er am Mittwochnachmittag bei der Enthüllung seines Neonleuchtschildes, das über dem Café Herz in der Braubachstraße 31 hängt. Und zwar an einem der neuen Altstadthäuser.

Café Herz ist das neue Baby der Brüder Mengi und Taff Zeleke, die bislang „nachts Leute zusammengebracht haben“, und zwar einst in ihrem legendären Club Unity, heutzutage im Club Oye im Bahnhofsviertel. „Jetzt wollen wir die Leute auch tagsüber zusammenbringen“, sagt Mengi Zeleke. Über dem Café wohnen schon die neuen Altstadtbewohner, die wie auch Oberbürgermeister Peter Feldmann gekommen sind. Auch Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel ist da. „Weil Mengi eine coole Socke ist und meine Kaffee-Tweets legendär sind“, sagt er. Noch gibt es aber keinen Kaffee, nur Sekt.

„Das Schild war vor dem Café fertig“, sagt Rehberger und grinst. Das Café soll Ende Oktober eröffnet werden. „In Äthiopien kann eine Kaffeezeremonie schon mal drei Stunden dauern“, sagt Taff Zeleke. Die Zeleke-Brüder selbst wurden in Asmara im Nachbarland Eritrea geboren. Seit 1988 leben sie in Frankfurt. Abends soll das Café Herz eine Bar sein.

Eigentlich hängen Rehbergers Leuchtschilder in Museen und Galerien. Aber Mengi Zeleke sei eben ein sehr guter Freund. Das Kunstwerk ein Geschenk. „Ich habe Mengi kennengelernt, als er noch Bierkisten als Barmann im Lissania Essay in der Kaiserstraße geschleppt hat“, sagt Rehberger und lacht.

So ein besonderes Freundschaftsgeschenk in Form eines Leuchtschilds habe er ansonsten nur noch Sam Kamran für dessen Pizzeria Montana im Bahnhofsviertel kreiert. Es ist nicht das erste Kunstwerk, das Rehberger für die Zelekes gemacht hat: Das war ein Geschenk für ihren Club NuSoul in der Sonnemannstraße. Diesen mussten sie aber 2012, nach nur drei Jahren, schließen. Der jahrelange Rechtsstreit um das Kunstwerk von Rehberger mit ihrem Vermieter, der Deka-Bank, war sogar in den überregionalen Medien Thema. „Ich hoffe, dieses Kunstwerk hat eine bessere Zukunft“, sagt Rehberger und lächelt.

Liest man den Satz des Café-Schildes komplett, steht da „Hello I’m here to perpetuate your socially accepted dependenz.“ Also etwa: „Ich bin hier, um deine sozial akzeptierte Droge zu verewigen.“ Denn das sei eben Kaffee, so Rehberger. Er selbst trinke aber nur Kräutertee.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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