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Zweiter Weltkrieg in Frankfurt „Erinnern für die Gegenwart“

Zeitzeugen und die Nachkriegsgenerationen sollen bei einem neuen Erzählformat im Frankfurter Nordwesten zusammenkommen. Das soll den Blick für die heutige Zeit öffnen.

Zweiter Weltkrieg
Ein Soldat im Zweiten Weltkrieg. Foto: dpa

Im Frankfurter Nordwesten gibt es ein neues Erzählformat, das Kriegs- und Nachkriegsgenerationen in den Austausch bringen soll. Unter dem Titel „Erinnern für die Gegenwart“ wird fortan viermal jährlich ein Gesprächstreff angeboten, bei dem Kriegserlebnisse von Zeitzeugen auf ihre Bedeutung für die heutige Zeit beleuchtet werden sollen. Die Auftaktveranstaltung mit dem Thema „Jüdisches Leben in Heddernheim“ findet am kommenden Dienstag statt.

73 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Gesprächsbedarf über die Zeit des Nationalsozialismus noch immer groß, so auch im Ortsbezirk 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt). Nach dem Erfolg der Erzählreihe „Kriegskinder“, bei der Zeitzeugen aus den Stadtteilen an je drei Nachmittagen 2016 und 2017 miteinander über ihre Erinnerungen sprachen, soll nun die Brücke zur Gegenwart geschlagen werden.

Da auch die Nachkriegskinder und -enkel im Ortsbezirk Interesse bekundeten, aus den Erfahrungen der Verwandten Rückschlüsse über eigene biografische Prägungen zu ziehen, boten das Quartiersmanagement Nordweststadt, die Pfarrei St. Katharina von Siena und der Caritasverband Frankfurt im März ein ganztägiges Seminar unter Leitung einer Familientherapeutin an – für den Austausch aller drei Generationen miteinander. Das kam gut an und soll nun in einer regelmäßigen Veranstaltungsreihe fortgesetzt werden.

„Das Bedürfnis der Kriegskinder, ihre Erlebnisse zu thematisieren und die mittlerweile historisch gewordenen Erfahrungen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, war eklatant“, berichtet Janina Korb, Quartiersmanagerin der Nordweststadt. „Das öffnete fast zwangsläufig den Blick auf heute.“ Themen wie Flucht, Krieg, Heimat oder Antisemitismus seien in neuem, aktuellem Gewand aufgetreten.

„Es bot sich an, das Potenzial der Zeitzeugen für die heutige Zeit zu nutzen. Sie sind quasi das Scharnier zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, sagt Korb zur Entstehung des neuen Formats „Erinnern für die Gegenwart“. An vier Terminen im Jahr können die sogenannten Kriegskinder aus dem Frankfurter Nordwesten ihre Erfahrungen mit allen Interessierten teilen. „Der Schwerpunkt dabei liegt auf dem lokalen Bezug“, sagt Korb.

Am Dienstag etwa wird die Heddernheimerin Christa Fischer von der Initiative „Stolpersteine in Frankfurt am Main“ über „Jüdisches Leben in Heddernheim“ referieren. Anschließend können die Besucher miteinander ins Gespräch kommen. „Das ist uns besonders wichtig, denn darum geht es primär“, betont Quartiersmanagerin Korb. Der nächste Termin, der im August oder September stattfinden wird, soll sich thematisch anschließen. Dann wird ein Rundgang durch Heddernheim entlang der historischen Orte jüdischen Lebens unternommen.

Der erste Gesprächstreff mit Referentin Christa Fischer findet am Dienstag, 12. Juni, zwischen 16 und 17.30 Uhr im Gemeindehaus St. Matthias statt; Thomas-Mann-Straße 2-4.

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