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Riedberg Wissenschaft zum Anhören

Oliver Bechtoldt betreibt mit Kollegen einen ausgezeichneten Podcast zu Wissensthemen. Mit Hilfe eines pubertierenden Roboters klärt das „Schlaulicht“ etwa über das Pupsen auf.

„Schlaulicht“
Das „Schlaulicht“ mit Headset und Macbook. Foto: Peter Jülich

Anfangs waren die Eltern skeptisch. Ein Wissens-Podcast für Heranwachsende, der bis zu 40 Minuten dauert? Das hält doch kein Kind aus. Denkste. Manch eines hörte sich die Folge über die vernichtende Niederlage dreier römischer Legionen in der sogenannten Varusschlacht vier- oder fünfmal an und spielte sie dann seinen Geschwistern vor. Ganz im Sinne von Oliver Bechtoldt. „Wir wollen Kinder neugierig auf Wissenschaft machen“, sagt der 49-Jährige. Er hat selbst keine Kinder und möchte der nachfolgenden Generation etwas mitgeben.

Gemeinsam mit seinen Freunden Jörg Sartorius und André Sebastiani betreibt Bechtoldt den „Schlaulicht“ genannten Podcast. „Podcasts werden seit einigen Jahren deutlich mehr wahrgenommen“, sagt der Riedberger. „Früher mussten wir den Leuten erstmal erklären, was das überhaupt ist.“ Wer es noch nicht weiß: Als Podcasting bezeichnet man das Bereitstellen von Audiodateien über das Internet, meistens im Abo.

Im Schnitt alle drei Wochen stellen die Schlaulicht-Macher eine Folge online. Darin geht es um die Themen Geld und Sprachen, Politik und Elektrizität, Tiere und Menschen. Oder ums Pupsen. Pupst jeder Mensch? Warum lacht man darüber? Was ist das eigentlich, ein Pups? Bechtoldt weiß Bescheid. „Der Pups macht nur einen geringer Prozentsatz aus“, erklärt er, „der Rest ist Ausatmung.“

Zum Kernbestand des Teams gehört ein pubertierender Roboter namens Emil van Ram, der das ebenso liebenswerte wie besserwisserische vierte Schlaulicht darstellt. „Er darf klugscheißen und bringt uns auf das jeweilige Thema“, erklärt Bechtoldt. Er leiht Emil seine Stimme: Sie klingt etwas knarzig.

Inzwischen hat das Trio einen Fundus an Wissenschaftlern um sich geschart. Deren Expertise lässt es in ihre Sendungen einfließen – etwa in Form von Interviews. „Wir versuchen uns immer abzusichern“, sagt Bechtoldt. Dabei kennt er sich selbst gut aus. „Ich hatte in meinem Zimmer zahlreiche Was-ist-was-Bücher herumstehen.“ Mit den Fernsehformaten „Löwenzahn“ und „Die Sendung mit der Maus“ ist der IT-Experte aufgewachsen.

Noch heute hört Bechtoldt jeden Morgen die Radiosendung „WDR ZeitZeichen“, die an bedeutende Ereignisse der Weltgeschichte erinnert. Weil er auf der Großdemonstration „March of Science“ als einziger ein Teleskop und eine Schutzbrille bei sich trug, wollte Oberbürgermeister Peter Feldmann ein Selfie mit ihm machen.

Rund 25 Folgen haben die Schlaulicht-Macher bereits aufgenommen. Sie haben eine Smartphone-App konstruiert und bieten ihre Folgen auch auf der Internetplattform Youtube an. Die Resonanz ist groß. „Wir bewegen uns sicher im vierstelligen Bereich“, sagt Oliver Bechtoldt. Er schätzt die Anzahl der Zuhörer auf 4000 bis 5000 pro Folge. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns die Ideen irgendwann ausgehen.“

Nicht nur Zuhörer sind auf den Geschmack gekommen. In der Sparte Wissenschaftskommunikation hat das Team kürzlich den Deutschen Podcast-Preis gewonnen. „Innerhalb von Kinder-Podcasts gibt es recht wenig“, sagt Bechtoldt und freut sich. Er ist selbstbewusst: „Wir stechen heraus.“

Weitere Infos: www.schlaulicht.info

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