Lade Inhalte...

Riedberg Bitter für Jugendliche

Im Frankfurter Stadtteil Riedberg fehlt es jungen Menschen an Ausgehmöglichkeiten. Bei der Planung scheinen diese keine Rolle gespielt zu haben.

Kätcheslachpark
Der Kätcheslachpark auf dem Riedberg ist einer von wenigen Orten, an denen sich Jugendliche treffen können. Foto: Rolf Oeser

Auf den ersten Blick scheint bei der Planung des Riedbergs nicht viel dem Zufall überlassen worden zu sein. Zwar muss aufgrund der wachsenden Beliebtheit des Stadtbezirks an einigen Stellen, beispielsweise in puncto Betreuungsplätzen, beständig nachgebessert werden. Allerdings können sich die davon betroffenen Bewohner des Riedbergs in dieser Frage recht sicher sein, von der Lokalpolitik mit ihren Ängsten und Bedürfnissen auch gehört zu werden. Ganz anders sieht das beim Thema Jugendliche und den fehlenden Ausgehmöglichkeiten für junge Menschen aus.

Denn hört man sich mal im Stadtteil um, erhärtet sich der Eindruck, dass bei der gründlichen Planung des Riedbergs nicht ausreichend bedacht wurde, dass die hier aufwachsenden Kinder sich auch irgendwann zu Jugendlichen entwickeln. An entsprechenden Orten, an denen sie sich in ihrer Freizeit und in den Abendstunden aufhalten können, mangelt es derzeit noch.

So berichtet etwa Gianluca Guccione, Schulsprecher des Gymnasiums Riedberg, dass es neben dem „teuren Park Avenue am Riedbergzentrum, wo eine Limo bereits fünf Euro kostet“ sowie einer Wein-Bar in der Altenhöferallee, „die für junge Menschen wenig attraktiv ist“, schlichtweg keine Ausgehmöglichkeiten für junge Menschen im Stadtteil gebe. Als einzige Möglichkeit fürs abendliche Zusammenkommen bietet sich Guccione zufolge in der wärmeren Jahreszeit der Kätcheslachpark an.

Doch auch dort häuften sich in der Vergangenheit immer wieder die Beschwerden von Anwohnern, über Lärm oder von Jugendlichen liegengelassenen Müll. Jugendliche wie Guccione sehen sich daher Wochenende für Wochenende vor die Wahl gestellt, ob sie die lange Fahrt mit dem Nachtbus aus der Stadt zurück auf den Riedberg auf sich nehmen wollen oder ob sie auf dem Riedberg bleiben, dadurch jedoch häufig „Stress mit den Anwohnern“ riskieren, wie er sagt. Als Lösung für dieses Problem schlägt er vor, beispielsweise im Kätcheslachpark, „einfach ein paar Bänke und Tische aufzustellen, an denen wir gemütlich sitzen können“, und „schon gibt es einen zufriedenstellenden Ort für uns“, so Guccione abschließend.

Der Problematik der fehlenden Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche am Riedberg ist sich auch Ortsbeirat Sven Moulden (SPD) bewusst. Zwar böte sich für die jüngeren immer noch ein Besuch des Jugendhauses an, wie er erzählt, doch danach „kommt man auch schon an den Punkt, wo es an Angeboten wieder aufhört.“

Die Ursache sieht Moulden darin begründet, dass „man bei der Vermarktung des Riedberg immer nur auf die Profitmaximierung geschaut hat.“ Jetzt, wo die Fertigstellung des Stadtbezirks in greifbarer Nähe liegt, werde das Ergebnis dieser Planung allmählich sichtbar, so der Ortspolitiker. Und auch die von Guccione hervorgebrachte Idee mit mehr Sitzgelegenheiten im Park hat Moulden in der Vergangenheit bereits im Ortsbeirat aufgegriffen.

Laut Magistrat sei dafür jedoch kein Budget vorhanden. Dementsprechend resigniert fällt Mouldens knappes Resümee auch aus: „Es ist wirklich bitter für Jugendliche hier.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen